Auch wenn die US-Amerikaner Zero Hour schon einige Scheiben veröffentlicht haben, höre ich von dem Quartett mit Dark Deceiver zum ersten Mal. Dabei spielt die Gruppe genau die Art von Metal, die mir – zumindest früher – immer am meisten zusagte. Denn auf Dark Deceiver bekommt man eine technisch anspruchsvolle Mischung aus progressiven Power- und Thrash Metal geboten, der seine Einflüsse in erster Linie von Bands wie Fates Warning, Watchtower und Dream Theater bezieht. An anderen Stellen kann man aber auch Parallelen zu eher unbekannten bzw. vergessenen Genre Acts wie Anacrusis, Realm oder den recht unbekannten Niederländern Target ziehen. Nicht zu vergessen den Deutschen Prog Göttern Sieges Even, die aber in ihren Anfangstagen eh immer als nationale Antwort auf Watchtower gesehen wurden.
Zu den Schwächen der Amerikaner zählt ein wenig das Songwriting. Bei allem Gefrickel vergessen sie hin und wieder, einfach auch mal einen guten Song zu schreiben. Vor allen Dingen Songs, die auch nach vorne preschen und das Genre des Speed Metals streifen.
Zu den Stärken muss man vor allem Sänger Chris Salinas zählen, der die Nummern dank seines starken und variablen Organs zusammenhält. Der Mann hat auf jeden Fall eine ordentlich Portion Ray Alder und Geoff Tate in seiner Kehle und weiß dies auch aus sich herauszukitzeln.
Summa summarum ergibt sich ein äußerst interessantes, abwechslungsreiches und für diesen Bereich auch recht düsteres Album, bei dem man sich an einigen Stellen allerdings mehr Fahrt, weniger Verspieltheit und noch mehr Hooks gewünscht hätte. Genrefans können dennoch blind zulangen.
