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Yann Tiersen: Tabarly (OST)

(EMI)

Autor: schlimm / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Der französische Künstler Yann Tiersen wurde international bekannt durch den weltweiten Erfolg seiner Soundtracks zu "Die fabelhafte Welt der Amelie" (weltweit 1,5 Millionen verkaufte Alben) und "Goodbye Lenin" (weltweit 500.000 verkaufte Alben). Sein neues Album "Tabarly" ist eine musikalische Hommage an den ehemaligen französischen Hochseesegler Eric Tabarly. Der in der Bretagne geborene Tabarly verzeichnete zahlreiche Siege und Rekorde als Einhandregatta-Segler. Am 13. Juni 1998 starb er auf tragische Weise bei heftigem Seegang während einer Fahrt nach Belfast. "Tabarly" ist die neue Filmdokumentation von Jaques Perrin, der als Regisseurs (u.a. Nomaden der Lüfte), Schauspieler und Produzent (u.a. Die Kinder des Monsieur Mathieu) anerkannt ist.

Wer das bisherige Schaffen von Yann Tiersen kennt und verfolgt hat, weiß, dass der Mann doch ein Händchen für feingliedrige Filmmusik hat. Soundtracks sind heutzutage ja meist nur noch ein weiteres Marketingspektakel und haben mit dem eigentlichen Film und der Grundintention nicht mehr viel zu schaffen. Ganz anders verhält es sich bei Yann Tiersen. Oftmals untermalt seine Musik die gezeigten Bilder nicht nur, sondern sie verleiht diesen erst die richtige Würze und Intensität. Musik von Yann Tiersen ist wie ein fehlendes Puzzleteil und entfaltet im Gesamtkontext eines Filmes seine volle Wirkung.

Selbstverständlich funktioniert dies auch alleine. „Tabarly“ regt wunderbar die Gehirnzellen an und lässt das eigene Kopfkino auf Hochtouren laufen. Die fünfzehn Kompositionen schaffen es mühelos den Zuhörer auf eine Reise mitzunehmen. Musik für den verregneten Nachmittag. Musik zum Nachdenken. Musik für die melancholischen Momente. Dominiert wird dieses Kleinod von Klavierklängen, die auch vornehmlich „Goodbye Lenin“ getragen haben. Musik von Yann Tiersen klingt immer wie ein farbenfroher Farbtupfer auf einer dunklen Leinwand. Die Songs schaffen es Stimmungsbilder zu erzeugen und im filmischen Zusammenhang sieht man förmlich vor dem geistigen Auge das Meer auftauchen. Melodien, die gleichzeitig tieftraurig sind und doch auch einen Funken Hoffnung spenden. Musik für die Weiten des Ozeans und die unendlichen Weiten des eigenen Gehirns.

Fazit: Yann Tiersen hat mit „Tabarly“ abermals ganz tolle Kompositionen und sensible Melodien erschaffen, die den Zuhörer auf eine Reise mitnehmen. Das oftmals ruhige und melancholische Klavierspiel ist von seiner Art her eher einfach gestrickt, von der Atmosphäre aber ungeheuer wirkungsvoll und unvergleichlich!

http://www.yanntiersen.com

 

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