Da sind sie wieder, die Helden. Nach der Babypause machen sich die Vier also erneut auf den deutschsprachigen Raum zu erobern. Dazu haben sie das mit Spannung erwartete dritte Album „Soundso“ im Gepäck. Was ist eigentlich das schwerste Album einer Band nach dem großen Durchbruch? Das zweite? Das dritte? Darüber streiten sich immer mal wieder die Gelehrten und Fachleute, letztendlich wird es keine Antwort geben. Oder vielleicht doch? Ist nicht jedes Album für sich gesehen ein schweres? Entweder es wird angenommen oder nicht. Entweder es verkauft sich wie geschnitten Brot oder nicht. Entweder es bekommt gute Kritiken oder halt nicht. Entweder…
ist „Soundso“ der große Wurf oder halt nicht. Die Platte starte mit dem Sprechstück „(Ode) An die Arbeit“ ungewöhnlich, mutig – und so unendlich nervig. Herrje, der Text ist schon anstrengend, die Musik setzt dem aber noch eins drauf. Zum Glück ist das nicht die Richtung der gesamten Platte. „Die Konkurrenz“ wartet mit einer schönen Bläsersektion auf und geht ansonsten auch recht forsch ab. Da sind sie also wieder die konkurrenzlosen Helden. „Soundso“ fängt wie schönster deutscher Schlager an, auch sonst ist der Song etwas zu glatt, gefällt aber im Refrain dafür umso mehr. „Für nichts garantieren“ geht als Standard „Helden“ -Stück durch. „Kaputt“ verfolgt diesen Weg weiter. Das ist schon alles ganz nett, allerdings hat die Band jetzt noch mehr den Mainstreamweg eingeschlagen und die Ecken und Kanten abgeschliffen. „Labyrinth“ ist im melancholischen Gewand verpackt, nimmt zum Refrain hin aber noch mal etwas an Fahrt auf.
Sehr schön beginnt dann die zweite Albumhälfte. „The geek (Shall inherit)“ hört sich an wie ein fröhlicher Song von The Cure. Sehr schön, so macht das Spaß. Über die Single „Endlich ein Grund zur Panik“ ist schon genug geredet worden, sicher einer der schnelleren Tracks der gesamten Scheibe, dazu im ersten Moment eher ungewöhnlich und nicht unbedingt eine typische Single. Mit „Der Krieg kommt schneller zurück als du“ bringen Wir sind Helden auch eine Botschaft unter das Volk, der Titel lässt es schon erahnen. Danach geht es mit „Hände hoch“ etwas langweilig weiter, bevor mit „Stiller“ ruhig auf die Zielgerade eingebogen wird. „Lass uns verschwinden“ ist nur unwesentlich schneller, lässt die Scheibe dann in ruhigen Fahrwasser ausklingen.
Fazit: „Soundso“ ist nett. In seiner Gesamtheit gesehen ist die Scheibe aber zu glatt, da fehlen die Ecken und Kanten und so wirkt manches hier etwas langweilig und belanglos. Für ein paar schöne Momente ist das Album aber auf alle Fälle gut. Auf lange Sicht wird dies aber sicher nicht die Scheibe sein, die man in den Player legt, wenn man mal wieder Lust auf Wir sind Helden hat.