Würde man Willy DeVille nach den Höhen und Tiefen eines Musikerlebens fragen, so könnte er sicherlich mehr als nur einen Abend lang zu diesem Thema Geschichten zum Besten geben, denn DeVille’s Musikerkarriere kann man definitive alles andere als rund bezeichnen. Aber trotz aller Widrigkeiten beißt er sich immer wieder durch sämtliche Schwierigkeiten und fügt nun mit „Pistola“ seinem umfangreichen Backkatalog ein weiteres kleines Juwel hinzu.
Und „Pistola“ ist definitiv ein kleines Juwel geworden, denn hier präsentiert sich DeVille unglaublich pur, minimalistisch und bodenständig. In einer Mixtur aus New Orleans Jazz und derbem Blues kreiert er eine unheimlich dichte und bisweilen arg schwüle Atmosphäre, die einem unter die Haut zu gehen versteht. Immer mal wieder klingen kleine Anleihen an den Boss Bruce Springsteen und die Rolling Stones durch, ohne dass dabei die eigenen Trademarks untergehen. Neben dem eigenen neuen Material bekommt der geneigte Hörer auf „Pistola“ noch eine schaurig schöne neue Version des Paul Siebel Klassikers „Louise“ auf die Ohren gefönt.
Fazit: Mit „Pistola“ setzt Willy DeVille mal wieder eine eindrucksvolle Duftmarke, die vor allem Freunden des schwermütigen Blues gut gefallen dürfte. Die Nummer hätte das Zeug, einem neuen Quentin Tarantino Streifen das musikalische Gesicht zu verleihen. 9½ Punkte!
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