Vier Jahre nach ihrem metallischen Debüt „Midnight Strikes“ und zwei Jahre nach ihrem Zweitling „On Fire“ steht das amerikanische Quartett von Widow mit „Nightlife“ nun erneut und bereits zum dritten Male in den Startlöchern, um die Fanscharen zu festigen und zu mehren. Ob ihnen dies wohl gelingen mag? Mir kommen da ehrlich gesagt gewisse Zweifel, zumal bereits das letzte Werk keine wirklichen Glanzpunkte setzen konnte.
Angefangen beim nichts sagenden Cover, was sicherlich nicht alleinige Grundlage einer Bewertung ist, aber immerhin die erste Visitenkarte hinterlässt, komm auch die Mucke für meinen Geschmack nicht über hard rockendes Mittelmaß hinaus. Sicher, die Songs sind durch die Bank recht nett und verstehen es auch einen gewissen Groove und Spirit zu verbreiten, aber der versprühte Spirit ist alles in allem etwas zu antiquiert und bläst eine gehörige Portion Staub zusammen mit der Musik aus den Boxen. Da gibt es eine ganze Latte Bands, die dieses 80ies Hard Rock / Heavy Metal Feeling wesentlich überzeugender leben und es klanglich ansprechender ins aktuelle Millennium gemogelt haben. Von den Eigenkompositionen will so auf den ersten Durchlauf nichts wirklich im Ohr bleiben und die beiden abschließenden Coverversionen können „Nightlife“ auch nicht noch einmal nach oben reißen. „Ain’t Talking Bout Love“ von Van Halen plätschert saft- und kraftlos vor sich hin und „I Stole Your Love“ von Kiss hab ich auch schon etliche Male besser gehört und nicht so unakzuentiert und lieblos dahingehuddelt, wie es Widow hier präsentieren.
Fazit: „Nightlife“ von Widow präsentiert unaufgeregten Hard Rock / Heavy Metal, der zumindest für mich persönlich in einer gut sortierten Plattensammlung entbehrlich ist. Nichts was bei einem gepflegten Bierchen unter Kumpels im Hintergrund gespielt negativ auffallen würde, aber auch nichts mit dem man zu Hause alleine vor der Anlage sitzend seine Zeit verschwenden müsste. Da gibt es wahrlich besseres. Belanglose 6 Punkte!
Homepage Widow