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Walter Trout Band: Walter Trout and Friends: Full Circle TIPP

(Ruf Records)

Autor: Katze / Wertung: 11.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Walter Trout Band - Walter Trout and Friends: Full CircleDas neue Walter Trout Studioalbum, auf das man ja inzwischen gut fünf Jahre warten durfte, war für mich im ersten Moment wie ein Schlag in die Magengrube. Nicht etwa, dass mich das musikalisch Dargebotene schwer von der Seite erwischt hatte, vielmehr stellte sich das schmerzhafte Bauchgefühl bei einem Blick in das Booklet ein, denn dort musste ich erfahren, dass Walter’s Bassmann, Weggefährte und vor allem guter Freund Jimmy Trapp im letzten Jahr im Alter von knapp 53 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit aus dem Leben geschieden ist. Es passt irgendwie zu dem stets freundlichen, unauffälligen und ruhigen Bassisten, so ganz ohne große Schlagzeilen von der Bühne des Lebens gegangen zu sein. Ich hoffe, dass er seinen Platz in der großen Bluesband im Himmel gefunden hat und dort auch weiterhin seine starken Basslinien zum Besten geben darf. Jimmy mach’s gut! Selbstverständlich ist dieses Werk, mit dem sich laut Albumtitel für Walter Trout der Kreis schließt, seinem Freund Jimmy gewidmet, und man hätte dem Bassisten wirklich nur schwerlich besser gedenken und ihm Respekt zollen können als mit diesem Album. „Full Circle“ ist zwar wahrscheinlich überhaupt nicht das, was sich langjährige Fans des Bluesgitarristen erwartet hätten, aber dennoch ein Album, das definitiv in jede gut sortierte Bluessammlung gehört. Ohne irgendeine Fixierung auf seinen individuellen Stil holte sich Trout für dieses Album musikalische Idole und Wegbegleiter aus alten Zeiten und der jüngeren Vergangenheit ins Studio, um mit ihnen Songs jeglicher Couleur für dieses Album einzuspielen. Und seinem Ruf folgte die Creme de la Creme des Business, angefangen bei John Mayall über Jeff Healey, Coco Montoya und Bernhard Allison bis hin zu Musikern wie Eric Sardinas und Joe Bonamassa, um nur einige zu nennen. Alle diese verschiedenen Musiker machen „Full Circle“ zu einer wilden Fahrt durch die verschiedenen Facetten des Blues und könnte so helfen, endlich die Gräben zwischen Blues Puristen und Blues Rockern zu überwinden. Besonders schön finde ich persönlich auf „Full Circles“ auch die im Booklet befindlichen Liner Notes, in denen Walter Trout zu jedem seiner musikalischen Gäste ein paar Worte findet, um diese seinen Hörern vorzustellen und zu erklären, was es mit dem jeweiligen Song auf sich hat. Fazit: Mag sein, dass sich mit „Full Circle“ tatsächlich ein Kreis in Walter Trout’s Leben schließt, aber wer genau hinhört, der wird bemerken, dass hiermit auch ein neuer Kreis eröffnet wird. Man darf also gespannt sein, was uns der sympathische Musiker und seine Truppe in den nächsten Jahren noch so alles kredenzen wird. Bleibt lediglich zu hoffen, dass bis zum nächsten Studio Release deutlich weniger als fünf Jahre vergehen werden.

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