Aus Düsseldorf erreichte mich Ende letzten Jahres mal wieder eine Eigenproduktion, die deutlich unter Beweis stellt, dass der metallische Underground in Deutschland noch lange nicht so tot ist, wie es bisweilen verkündet wird.
Voodoma heißt die Truppe und „Reign of Revolution“ ihr (inzwischen zweites) Album, das mich zu der oben erwähnten Überzeugung gelangen ließ. Insgesamt 17 Tracks hat die Combo für dieses Album zusammengestellt, die sich textlich allesamt konzeptionell mit Verbrechen und Kriegen, die im Namen der Religionen begangen wurden, beschäftigen. Musikalisch tummeln sich die Herren um Gitarrist Mikk Hollenberg vor allem im klassischen Heavy Metal Bereich, auch wenn sich hier vereinzelt leicht thrashige Elemente oder auch gerne einmal epische 80er US-Metal Passagen untermischen. Diese Mischung macht „Reign of Revolution“ zu einem erfrischend abwechslungsreichen und kurzweiligen Hörerlebnis, ganz abgesehen davon, dass hier dann zur Musik auch die Text-Fetischisten nicht zu kurz kommen. Wirklich schön, dass Voodoma es geschafft haben, mit diesem Album aus der Hüfte zu kommen, denn ganz so rosig sah es diesbezüglich im Vorfeld der Veröffentlichung hierbei nicht aus. Mal ganz abgesehen davon, dass es immer schwierig ist, eine Eigenproduktion an den Start zu bekommen, hat sich bei Voodoma nach der Veröffentlichung des Erstlings bis auf eben erwähnten Mikk Hollenberg die komplette Truppe in gothic-rockige Gefilde abgesetzt, so dass sich der Verlassene erst einmal um ein komplett neues Line-Up bemühen musste. Diese Bemühung sind allerdings hörbar von Erfolg erkrönt und ich könnte mir denken, dass Mikk diese Auflösungserscheinungen heute sogar als Glücksfall betrachten könnte.
Fazit: Wer mal wieder ein richtig frisches Stück klassischen Heavy Metals genießen will und keine Manschetten hat, auch einmal Kohle in eine Nachwuchscombo anstatt in einen etablierten Act zu investieren, der sollte sich „Reign of Revolution“ ruhig einmal gönnen. Zu erwerben gibt’s das Teil für einen mehr als fairen Kurs über die Voodoma Homepage (Link siehe unten). Von mir gibt’s jedenfalls 9 Töpfchen Löwensenf extra scharf für die Jungs!