Vergesst Metallica, vergesst Misfits, vergesst Life of Agony, vergesst Elvis, auch wenn es eine Todsünde wäre. Ab jetzt zählt nur noch Dänische Wertarbeit. Denn außer Dänischen Bettenhäusern und Buko-Käse kommen nämlich verdammt gute Bands aus dem Kongeriget Danmark. Neben Illdisposed, Artillery, Pretty Maids, Mnemic oder Mercyful Fate gibts momentan ordentlich Gerocktes von der Band der Stunde, den Elviscorelern Volbeat. Vier jungen, sympathischen und coolen Typen, die am Osterdienstag das Kölner Underground zum ausflippen brachten. Gute Vorarbeit leisteten die nach einer Mischung aus The Boss Hoss und Black Crowes aussehenden Truppe Up In Hell, die mit ihrer verschrobenen rockigen Motörhead meets Beatstakes-Darbietung mehr als einen Wohlwollendsapplaus ernten konnten und die vierzig Minuten Aufwärmphase nutzten, um Rocker wie “Up in hell” oder "Bring My Blood" ans Tageslicht zu befördern. Nicht allzu spektakulär, aber gut einem Drittel der ausverkauften Halle und auch Volbeat Sänger Michael Poulsen, der sich den Gig aus der Zuschauerperspektive zu Gemüte führte, hats gefallen.
Die entspannt kurze Umbaupause wurde genutzt, um noch mehr Leute ins schon recht volle Underground einzuschleusen, den Gitarreneinstellungen den letzten Feinschliff zu geben und sich mit ein paar Bierchen auzuwärmen. Und dann ging es los, wie ein Gewitter wurden alle Hits der beiden Alben (und derer gibt es viele) auf die wartende Meute losgelassen. Den Einstieg in den Reigen fabulöser Melodien machte “The human instrument” vom aktuellen Silberling und mit jedem dargebotenem Song brodelte die Hütte mehr. Hits des Abends “Mr. & Mrs. Nash, Devil or the blue cat’s song, Radio girl, Soulweeper #2, Caroline leaving, Rebel monster, Pool of booze, booze, booza, Soulweeper, Caroline #1", die köstliche Coverversion “I only wanna be with you” und eigentlich auch alle anderen Songs! Zwischenansagen wie “seid ihr Rebels” oder “wir sehen uns gleich an der Theke” und kurzen Rip Offs von Metallica und Slayer, sorgten auch zwischen den eigentlichen Songs für Kurzweiligkeit und Vergnügen. Den größten Gänsehaut- und Stramme Latte-Effekt erzielte der zugleich letzte Song des Hauptblocks “The gardens tale”, der auch zukünftig als Bandhymne herhalten wird. Einfach nur schön zum Mitsingen, Mitleiden und Mitfeiern. Geil das! Danach gabs von allen Anwesenden Zugaberufe und prompt kam die in Dänemark ausgezeichnete „Liveband des Jahres“ zurück auf die Bühne, rockte mit zwei älteren Songs nochmal gewaltig los und beendete den Set nach knapp 80 Minuten völlig ausgepowert und durchgeschwitzt…
Auch wenn ein Konzert eigentlich immer zu kurz ist und man sich noch den einen oder anderen Lieblingssong wünscht (was hier gar nicht möglich war, da fast alle Songs des bandeigenen Reportoires rausgerotzt wurden), konnte man an den Gesichtern der Fans erkennen, dass nach dem Set alle zufrieden und glücklich waren und nur noch mit der Band, wie versprochen, am Tresen abfeiern wollten. Vorher gabs auf der Bühne noch 20 minutenlanges Händeschütteln, gratulieren und signieren von Eintrittskarten, CD’s, Postern und nackten Männerbrüsten, bevor sich die Massen von Dannen trollten.
Ich kann nur noch eins loswerden, berichtet Euren Söhnen und Töchtern, Nichten und Neffen von dieser einmaligen Band, denn zur nächsten Tour werden selbstredend die großen Hallen gefüllt. Volbeat ist die Speerspitze einer jungen und innovativen Szene, die den Metal am Leben erhalten wird und ohne Patronengürtel-, Nietenarmband- und Corpsepainting-Klischees den Headbanger jeder Couleur glücklich macht. So sah es zumindest auch das bunt gemischte und grinsekatzige Publikum im Underground…
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Volbeat und Up In Hell, 10.04.2007, Köln Underground
Autor: R@Z€ / Kommentare: Bisher keine
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