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Vince Bahrdt: Mordballaden Tipp!

(Murdersound Records / Edel)

Autor: Katze / Wertung: 10.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Vince Bahrdt: MordballadenDer Name Vince Bahrdt wird wahrscheinlich zuerst einmal den wenigsten Musikinteressierten auf Anhieb etwas sagen. Die Band Orange Blue dürfte dagegen weitaus geläufiger sein, denn immerhin konnten eben jene im Jahre 2000 mit „She’s Got  That Light“ einen Riesenhit landen. Und hier schließt sich bereits der Kreis, denn Vince Bahrdt ist als Pianist und Songwriter von Orange Blue maßgeblich für diesen Erfolg verantwortlich gewesen.

In den letzten Jahren ist es etwas ruhiger um Orange Blue geworden, was aber im Gegenzug nicht bedeutet, Vince Bahrdt sei in diesen Jahren untätig gewesen. Ganz im Gegenteil: in völliger Ruhe und irgendwelche Stressfaktoren nutzte er die Zeit, um an einem Soloalbum zu basteln. Jetzt präsentiert er der Musikwelt das Ergebnis dieser in aller Stille absolvierten Bastelstunden und das Ergebnis, dass auf den romantisch morbiden Namen „Mordballaden“ hört, kann sich definitiv sehen respektive hören lassen.

Schon beginnend beim schlicht-edlen Digipack, der dieses Werk umhüllt, wird kräftig beim potentiellen Käufer gepunktet und der Inhalt macht schnell klar, dass hier das Sprichwort „Außen Hui, innen Pfui!“ keinerlei Gültigkeit besitzt. Fünfzehn wunderschöne Titel haben ihren Weg auf den Silberling gefunden, die - überwiegend in deutscher Sprache vorgetragen – von der ersten bis zur letzten Note ein wohlig, entspanntes Feeling verbreiten und zum Träumen einladen. Die „Mordballaden“ kreieren eine mächtig dichte Atmosphäre, in die man sich willenlos fallen lassen kann, um dann im eigenen Kopfkino in einem gemütlichen Plüschsessel Platz zu nehmen. Überraschungsmomente dieser CD sind die kurzen Gastauftritte von Udo Lindenberg bei „Anfang“ und des Schriftstellers Siegfried Lenz, der im Mittelteil von „Ludmilla“ aus seinen gleichnamigen Erzählungen liest.

Fazit: Mit „Mordballaden“ rückt der Pianist und Songwriter Vince Bahrdt deutlich vom Pop einer Band wie Orange Blue ab und offenbart eine ganz andere Seite an sich: eine Seite, in der viel Platz für ruhige Momente, Nachdenklichkeit und eine bisweilen düstere Romantik ist. Ein schönes Album, das man am besten in aller Ruhe an einem kalten Winterabend auf der Couch liegend genießt. 10½  Punkte und eine definitive Kaufempfehlung für alle diejenigen, die gerne bei guter Musik träumen oder nachdenken!

Homepage Vince Bahrdt

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