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Vega4: You And Others
(Red Ink)


Autor: schlimm / Wertung: 7,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Vega4 You And OthersWas bei anderen Bands als Enttäuschung gewertet wird ist bei Vega4 ein Erfolg. Von ihrem Album „Satellites“ konnten sie hierzulande rund 15.000 Einheiten verkaufen, was ja erstmal keine große Sache ist, aber doch äußerst positiv gewertet wurde. Es kommt aber ja auch nicht auf die Quantität, sondern Qualität an. Und die war seinerzeit durchaus vorhanden. Man denke dabei nur an das epische und sehr gelungene „Drifting away violently“ oder das orchestrale „Love Breaks Down“ oder den melancholischen Titeltrack. Gitarrist und Sänger Johnny McDaid hat seine Band damals im Jahre 2002 gerne mal als die neuen U2 angepriesen. Nun denn, was lag also näher sich mit Jackknife Lee einen Produzenten ins Boot zu holen, der eben schon für diese Gruppe an den Reglern saß? Die Aufnahmen für „You And Others“ dauerten so insgesamt neun Monate, da Lee zwischendurch auch noch andere Dinge zu erledigen hatte.

„You And Others“ ist ein nettes Album geworden. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass der Mund diesmal nicht ganz so voll genommen wird. Bei aller Liebe, mit U2 können Vega4 sicher nicht mithalten, auch wenn der Sound bisweilen etwas an die vier Iren erinnert. Diesmal sagt Johnny McDaid: „Es ist schwierig unsere Musik zu beschreiben. Es gibt einfach so viele Elemente und Einflüsse auf dem Album“. Also ich für meinen Teil finde, dass man die neuen Songs sehr gut einsortieren kann. Hier wurden Keane, Coldplay, Embrace und Snow Patrol in einen Topf geschüttet, dazu noch hier und da eine kleine Prise von Bands wie BlocMaximoKaiser…. und fertig ist „You And Others“.

Richtig gut los geht es mit „You And Me“. Ein Song, der Spaß macht, erinnert von der Gitarrenarbeit und dem lässigen Gesang sogar etwas an The Strokes. Auch das folgende „Traffic Jam“ hat Schmackes und weiß zu gefallen. Mit seinem hymnischen Charakter schlägt der Track allerdings die Richtung von weiter oben genannter Bands ein und gibt damit die Richtung des Albums vor. „Tearing Me Apart“ setzt dann noch einen drauf und packt den ganz großen Refrain aus. Da hat wohl einer die Vision die Stadien dieser Welt zu erobern. „Life Is Beautiful“ hätte sich von den eher ruhigen und getragenen Strophen sicher auch gut auf den letzten Alben von Keane oder Snow Patrol gemacht und der Refrain stünde auch Embrace gut zu Gesicht. Ein Song der absolute Ohrwurmqualitäten besitzt. Dies gilt auch für „You“ wobei das Gitarrenthema sicher bei den fröhlicheren Songs von The Cure angelehnt ist. „Let Go“ setzt sich spätestens beim dritten Durchgang im Ohr fest, netter Popsong. Melancholisch wird es dann bei „Bullets“ und „Paper Cuts“. „If This Is It“ setzt dann allerdings noch einen drauf und driftet etwas in den Kitsch ab. Dass es besser geht zeigt danach wieder das schöne „A Billion Tons Of Light“, auch wenn hier die ruhige Schiene weiterverfolgt wird, steigert sich der Track insgesamt recht gut um dann mit einem unwiderstehlichen Refrain um die Ecke zu biegen. „Boomerang“ lässt die Scheibe dann eher in ruhigen Fahrwassern ausklingen.

Fazit: „You And Others“ hat mit seinen insgesamt elf Songs keine Ausreißer nach oben zu bieten – aber auch keine nach unten. Unter dem Strich ergibt dies ein recht gefälliges Album, welches sich hinter der Arbeit von vielen Kollegen sicher nicht zu verstecken braucht, aber auch nicht unbedingt aus der Masse herausragt. Trotzdem sollte das Werk mit seinem Hymnencharakter und seinen Ohrwurmqualitäten auch in unseren Breitengraden den ein oder anderen dankenden Zuhörer finden.

www.vega4music.de

 

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