Die Double Power Reihe von Sony hält mit „Red Ink´s Indie Music Diary“ nach dem Sampler „Oh My Love“ direkt ein weiteres Schmankerl für den geneigten Hörer der gepflegten Töne abseits der ausgetretenen Mainstreampfade bereit. Diesmal geht es um die Künstler des Labelablegers Red Ink, der sich mehr oder weniger der heutigen Indiemusik widmet.
Nun liegen also 31 Tracks vor und der Name ist wirklich Programm. Die enthaltenen Songs kann man tatsächlich als eine Art Tagebuch des Labels sehen. Die musikalische Bandbreite ist nicht nur äußerst delikat, sondern auch die einzelnen Darbietungen sind formidabel. Die Doppel-CD unterstreicht nachhaltig, dass sich Red Ink in der heutigen Musiklandschaft zu einem der Indielabels schlechthin gemausert hat.
The Zutons haben im Jahre 2006 mit „Tired Of Hanging Around“ ein echtes Knalleralbum vorgelegt, der Titeltrack daraus eröffnet hier kongenial den Songreigen. Weiter geht es direkt auf allerhöchstem Niveau mit „Who´s Gonna Find Me“ von The Coral aus deren ausgezeichnetem Album „Roots and Echoes“. „Vega4“ scheint den Zusammenstellern der beiden Scheiben sehr am Herzen zu liegen, denn mit dem wunderschönen „Traffic Jam“ und dem nicht minder guten „You And Me“ liegt auf jeder CD ein Song der Band vor. Es folgen der großartige Pete Yorn und die bezaubernden Kent, die hier mit „Berlin“ vertreten sind.
Danach wird es mit Dune und Goose etwas elektronischer. Zwar fällt der Sampler an dieser Stelle etwas ab, aber für Freunde der handgemachten Indieschrammelmusik, gepaart mit einigen Spielereien ist dies genau richtig. Mit den positiv Bekloppten von „MGMT“ und Modest Mouse („Fire It Up“) finden sich weitere Topacts verewigt. Hinter The Nightwatchmen verbirgt sich übrigens kein Geringerer wie Tom Morello von Rage Against The Machine. James Dean Bradfield ist auch gleich zweimal vertreten – solo und mit seiner Band Manic Street Preachers.
Fazit: Eigentlich könnte man hier den kompletten Sampler und beide CDs rauf und runter beten. Es ist schon eine Kunst, so viel gute Musik zusammen und stimmig auf einem Album unterzubringen. Schade, dass das Booklet nicht sonderlich spannend ist – die Musik ist es dafür umso mehr! „Red Ink´s Indie Music Diary“ bietet die Möglichkeit sich einen guten Überblick über das labeleigene Indiegeschehen zu verschaffen. Wer Zeit und Lust hat, sollte auch bei uns nach dem ein oder anderen hier vertretenen Künstler fahnden, fast alle sind auch bei SoundBase schon verewigt!