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Various Artists: Oh My Love

(Sony BMG)

Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Ach herrje, ein weiterer Sampler zum Thema Liebe mag manch einer vielleicht denken. Nein und nochmals nein – völlig falsch. „Oh My Love“ ist eine gänzlich andere Zusammenstellung. Hier wird sich nicht aus dem Fundus dieser schmalzigen Popliedchen bedient, wie es die Kuschelrock-Reihe gerne mal vormacht. Die vorliegenden 32 Songs sind weitestgehend der alternativen Musik zuzuordnen und genau dies macht die Geschichte hier so interessant und außergewöhnlich.

Diese Doppel-CD aus der Double Power Reihe zeigt, dass man sich dem Thema Liebe auch jenseits des Mainstreams nähern kann. Dies muss auch nicht gleichbedeutend mit beliebig sein, sondern darf auch durchaus einen anspruchvollen Ansatz verfolgen. Wer handgemachte Popmusik liebt und schätzt wird hier fündig werden. Wer diese einzigartigen Songs noch nicht kennt, wird so vielleicht ganz schnell eine neue Lieblingszusammenstellung entdecken und ganz sicher das ein oder andere Album der hier beteiligten Künstler erwerben.

Insgesamt ist „Oh My Love“ in dieser Konstellation äußerst gelungen zusammengestellt worden. Und so finden sich viele Helden der Independent-Musik von heute und vergangener Tage hier wieder. Einziger Ausreißer ist vielleicht Lou Reed, der nicht so ganz reinpassen mag. Viele wunderschöne und großartige Songs finden sich auf den beiden CDs wieder. „You“ von Vega4 ist immer noch ganz großes Kino und „Landed“ von Ben Folds ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Wer hat in den 90ern nicht schon in der Indiedisco von nebenan zu „Into The Arms“ der Lemonheads getanzt? Selbst „Dream Catch Me“ in der Akustik-Version von Newton Faulkner weiß hier zu gefallen. Beeindruckend ist auch die Vielfalt. „Roses“ von Outkast auf einer CD mit „Little Motel“ von Modest Mouse? Passt erstaunlich gut zusammen. Manic Street Preachers, Live, Kings of Leon, Pete Yorn, Jet, Primal Scream bis hin zu Jeff Buckley. Noch Fragen? Das Who is Who der gepflegten alternativen Musik gibt sich die Klinke in die Hand.

Fazit: „Oh My Love“ ist endlich mal eine andere Zusammenstellung zum Thema Liebe und ganz weit entfernt von Schmalz und Kitsch. In dieser Konstellation und Anordnung macht das Gehörte sehr viel Sinn und ergibt ein schlüssiges Gesamtkonzept. Einziger Minuspunkt und dicker Wehrmutstropfen ist das spärliche Booklet mit null Informationsgehalt. Sehr schade, da hätte diese tolle CD doch etwas liebevolleres verdient gehabt. Ansonsten beide Daumen hoch!

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