Übermutter wird angeführt von Luci van Org, bekannt durch den One-Hit Weil ich ein Mädchen bin unter dem Namen Lucilectric. Und Übermutter machen auf Unheil! einen großen Fehler: Sie kopieren Rammstein und Oomph. Darf man nicht, da spucken die Kritiker gleich Blut und Galle. Millionen Bands dürfen Gruppen wie Radiohead ,Tocotronic oder Slayer als Basis ihrer Musik nehmen, die Kritiker werden begeistert sein, aber jede Band die sich an den Neue Deutsche Härte Vorreitern vergreift, wird zwischen vier Pferde gespannt und zerrissen.
Dabei sind Übermutter gar nicht so schlecht, wie manch einer schimpft, aber auch nicht so gut, um das ‚Über’ im Bandnamen zu rechtfertigen. Die Musik ist zwar banal, aber dadurch auch eingängig und für drei, vier Nummern angenehm hörbar. Dann beginnt Übermutter aber tatsächlich zu nerven: durch die musikalische Einsilbigkeit, durch die Sterilität und durch die Kälte, die sich vor Allem durch Luci van Org Stimme ausdrückt. Deren Stimme, die irgendwo zwischen Nina Hagen und (Metal) Milva anzusiedeln ist, eignet sich in dieser Art eher für das vortragen von düsteren russischen Märchen, als den Hörer länger als eine ¼ Stunde vor die Anlage zu fesseln. Das Konzept der Band wird hierbei auch etwas überstrapaziert, die Satire über Faschismus und Feminismus in die Länge gezogen. Spätestens nach dem sechsten Song Brenne quält man sich durch eine Scheibe, die durchaus interessant begann. Für eine Fortsetzung reicht es daher nicht.