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Turbonegro: Retox

(Edel Records)

Autor: schlimm / Wertung: 7,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Turbonegro Retox ReviewWas war das für eine Freude, als man vernehmen durfte, dass die Götter des Deathpunk wieder aktiv werden. Verhaltener wurde man schon, als "Scandinavian Leather" und "Party Animals" dann den heimischen CD-Player eine Zeit eroberten und heute in der Nachbetrachtung muss man sich wohl eingestehen, dass die musikalischen Ergüsse seit der Reunion nicht mehr ganz an die frühere Klasse anknüpfen konnten. Nun liegt mit "Retox" ein weiterer Versuch von Turbonegro vor wieder in der Champions League zu spielen.

Dies klappt auch mit dem neuerlichen Silberling nur bedingt. Wer hier wieder mehr Schmutz und Dreck erwartet, der wird sicher enttäuscht werden. Diese Lässigkeit scheint einer glatten Produktion gewichen zu sein. Dafür darf man sich heute fast an jeder Menge klassischen Gitarrensoli erfreuen. Die Band ist nun irgendwo beim Stadionrock, Metal oder Hardrock angekommen. Vereinzelt blinken allerdings auch die guten alten Punkrockzeiten durch. Wem die beiden Vorgängerscheiben zu eingängig waren, der wird bei „Retox“ nun sein Glück finden. Haften bleibt hier erstmal nicht viel und das liegt nicht daran, dass die einzelnen Tracks schlecht wären, nein vieles ist verschachtelt und man muss sich die elf Tracks förmlich erarbeiten und erschließen.

Fast schon traditionell wird der Songreigen mit „We´re Gonna Drop The Atom Bomb“ eröffnet. Auch „Welcome To The Garbage Dump“ und „Hell Toupee“ gefallen, bieten allerdings auch wenig neue Kost. Bei „Stroke The Shaft“ werden dann keine Gefangenen mehr gemacht, hier wird es schmutzig – in jeglicher Hinsicht. Mit „No, I´M Alpha Male“ und „Do You Do You Dig Destruction“ geht es dann in Hardrockgefilden auf zu neuen Ufern. Schnell geht es hier zur Sache, sehr schön, so soll es sein, wenn man dazu gepflegt die Matte schwingen lassen möchte. „I Wanna Come“ ist dann fast etwas zu rührselig, Turbonegro werden richtig balladesk. Titel und Text lassen da auch mal wieder keine Fragen mehr offen. Aber keine Angst mit „You Must Bleed/All Night Long“ wird wieder ordentlich auf die Kacke gehauen. Das Riff ist allerdings viel zu offensichtlich bei einem bekannten Metalklassiker geklaut. „Hot And Filthy“ dürfte live ein Kracher sein, überzeugt mit seiner sexy Bridge aber auch schon aus der Konserve. Sehr schöner Kracher. „Every Body Loves A Chubby Dude“ ist Turbonegro nach dem Baukastenprinzip, eher verzichtbarer Track. „What Is Rock?!“ packt den Hörer zum Schluss dann noch mal bei den Eiern (sofern er denn welche hat) und haut noch mal das volle Brett raus.

Fazit: Turbonegro waren mal besser, keine Frage. Turbonegro waren allerdings auch schon schlechter, auch keine Frage. Mit „Retox“ ist der Band ein sehr solides Werk gelungen, dass live sicher den ein oder anderen Knaller zu bieten hat. Auch aus der Konserve wird das Dingen sicher eine ganze zeitlang ein treuer Begleiter sein, bevor man dann wieder auf die altbewährten Großtaten von Turbonegro zurückgreifen wird.

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