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Tom Morello The Nightwatchman: The Fabled City Tipp

(Sony BMG)

Autor: schlimm / Wertung: 10 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Von den großen Bühnen wieder runter und rein in die kleinen Clubs. Von den lauten Gitarren wieder hin zu den leisen Tönen. Von Rage Against The Machine zurück zu The Nightwatchman. Der Mann, der dies alles unter einen Hut bringt ist Tom Morello. Gerade noch wurde er bei den viel umjubelten Reunion-Shows mit Rage Against The Machine gefeiert, da kommt fast schon auf leisen Sohlen ein neues Soloalbum auf den Markt. Und dies, wo „One Man Revolution“ auch gerade mal ein gutes Jahr auf dem Buckel hat. Der Mann scheint ein schierer Workaholic zu sein, da er neben seinen vielen sozialen Projekten und Aktivitäten und den Reunion-Shows ja auch noch eine Solo-Tour durch die kleinen Clubs dieser Welt machte. Es selber merkte auch in einem persönlichen Gespräch mit uns an, dass der Nightwatchman immer auf dem Sprung sei und es für selbigen viel zu tun geben würde. Bleibt bei all´ dieser Umtriebigkeit überhaupt noch Zeit für gutes Songwriting? Leiden darunter nicht die Aufnahmen? Fragen, die mit „The Fabled City“ beantwortet werden.

Produziert wurde die Scheibe von Brendan O´Brien, der sich in der Vergangenheit eher an der Rockfront einen Namen gemacht hat. Rock ist ja nicht unbedingt der erste Gedanke, der einem bei dem Solodebüt von Morello in den Sinn kommt. „The Fabled City“ knüpft an dieses Album zwar an und doch sind manche Tracks sehr rockig geraten, auch wenn die Akustikgitarre wieder dominiert. Eine Nummer vom Schlage „What Ever It Takes“ erinnert mit seinen Stakkati fast schon an Rage Against The Machine. Ebenso spielt hier eine klassische Bandbesetzung, was dem Song zusätzlichen Drive verleiht.

Morello wird sicher nicht mehr der beste Sänger der Welt und trotzdem scheint seine Solo-Tour auch hier deutliche Spuren hinterlassen zu haben, denn gegenüber dem Debütalbum kann man schon eine Entwicklung feststellen und hören. Die tiefe Singstimme wirkt noch ausgereifter und erinnert bisweilen stark an Iggy Pop und dessen leises und akustisches Werk „Avenue B“, wie z.B. im druckvollen Albumopener und Titeltrack „The Fabeld City“. Morello überzeugt auch hier wieder mit seinen rein akustischen Stücken. Wut muss nicht immer laut sein. „The King Of Hell“ z.B. ist im akustischen Gewand richtig mitreißend.

Sein Freund und Mitgründer von „Axis Of Justice“ Serj Tankian greift ihm beim nachdenklichen und melancholischen „Lazarus On Down“ unter die Arme. Eine sehr schöne Zusammenarbeit der beiden, die sich in diesem ruhigen Stück sehr schön ergänzen. Einen weiteren Gaststar gibt es bei „The Iron Wheel“ mit Shooter Jennings zu hören. Der Song erinnert an ein irisches Rauf- und Sauflied und würde auch gut in das Repertoire der Pogues passen. Dies unterstreicht im Übrigen, dass „The Fabled City“ sogar etwas vielfältiger wie sein Vorgänger ausgefallen ist. Mit „Rise To Power“ klingt das Album dann mit dem traurigsten und ruhigsten Stück aus. Dezentes Gitarrenspiel und die tiefe, brüchige Stimme sorgen noch mal für Gänsehautatmosphäre.

Fazit: „The Fabled City“ knüpft zwar an das Solodebüt von Tom Morello an, hat insgesamt aber mehr Abwechslung zu bieten und stellt doch eine hörbare Weiterentwicklung dar. Wer mit dem ersten Album nichts anfangen kann, der wird freilich auch an diesem Werk keine Freude haben. Alle andere dürfen hier bedenkenlos zugreifen und wer Musik von Johnny Cash, Neil Young, Bob Dylan oder Bruce Spingsteen zu schätzen weiß, der sollte hier auch mal beide Ohren riskieren!

http://alternative.allmybands.de/bands/nightwatchman

 

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