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Timothy B. Schmit: Expando
(Universal)


Autor: schlimm / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Timothy B. Schmit ist hauptberuflich Bassist bei den Eagles. Der Mann ist Vollblutmusiker und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass er auch immer wieder auf Solopfaden wandelt. Zwar nicht oft, aber doch in schöner Regelmäßigkeit nimmt er Soloalben auf. „Expando“ ist immerhin schon die fünfte Langrille, die von ihm erscheint. Zudem arbeitet er auch immer wieder für und mit anderen Musikern zusammen. Langeweile kommt bei ihm also nicht auf.

„Expando“ wurde in seinem eigenen Studio nicht unweit von Los Angeles aufgenommen. Zwar hat er sich viele Kollegen mit ins Boot geholt, geschrieben und produziert wurde es allerdings in Eigenregie. Warum auch nicht? Dem 62-jährigen Kalifornier kann keiner mehr was beibringen, dafür ist er auch einfach schon zu lange dabei.

Machen wir uns nichts vor, denn „Expando“ ist Musik für ältere Generationen. Dies ist eine durchaus erfreuliche Nachricht, denn eine Anbiederung an ein junges Zielpublikum würde hier sicher deplatziert wirken. Timothy B. Schmit hat so alle musikalischen Freiheiten der Welt und hat elf gut abgehangene Tracks aufgenommen, die Americana, Country und Blues mit jedem Ton ein- uns ausatmen. Zwangsläufig schleichen sich auch immer wieder Referenzen an seine beiden Bands ein: Eagles und Poco.

Hin und wieder wird textlich zwar etwas dick aufgetragen und die ganze Kiste kriegt fast einen verträumten Hippiekitsch mit auf den Weg, aber das kann man durchaus auch positiv werten. Wo gibt es das heute noch? Musikalisch hört man Timothy B. Schmit und seinen Mitstreitern gerne zu. Der entspannte Auftakt mit „One More Mile“ kommt im Erzählstil mit einem großartigen Keb´ Mo´an der Slide Dobro in die Gehörgänge gekrochen. „Parachute“ hingegen erinnert ungemein an die feinen Harmoniegesänge von Crosby, Stills & Nash und dies nicht nur aufgrund des Backgroundgesangs von Graham Nash. „Expando“ besticht einfach durch viele nette Ideen. Das Akkordeon von Van Dyke Parks bei „Friday Night“ ist da nur ein weiterer Beleg dieser kleinen Details, die dem Album aber eben eine ganz spezielle Note verleihen.

Überhaupt hat man hier ständig das Gefühl, dass sich ein paar befreundete Musiker zum entspannten Jam und gemeinsamen Musizieren in irgendeinem Keller getroffen hätten und zufällig einer den Aufnahmeknopf gedrückt hätte. „White Boy From Sacramento“ schüttelt so mal ganz lässig ein paar bluesgetränke Töne raus, nur um im nächsten Moment zu einem veritablen Rocker zu mutieren. Selbst Kid Rock macht bei „Downtime“ als Backgroundsänger keine schlechte Figur. Dazu gesellen sich dann einige solide Songs wie „Compassion“ oder „Melancholy“ und fertig ist ein Album jenseits aller Zwänge.

Fazit: „Expando“ wird die musikalische Welt nicht aus den Angeln heben. Das Rad wird hier auch nicht neu erfunden. Trotzdem hat die Scheibe eine ganz spezielle Atmosphäre und die elf Tracks sind wie aus einem Guss in Stein gemeißelt. Handgemachte Musik, die nicht spektakulär ist, letztlich aber genau in Schwarze trifft und mit viel Liebe gemacht wurde.

http://www.timothybschmit.com

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