Inhalt: Es ist kein schneller Tod, der Mike und Sheryl in den dichten Wäldern von West-Virginia droht. Ein viel grausameres Schicksal erwartet die beiden Großstädter. Anstatt ein romantisches Wochenende in freier Natur zu verbringen, werden sie die Opfer eines abartigen, perversen Plans. Ein gottesfürchtiger Fanatiker und seine ebenso bibelfeste Frau treiben das junge Liebespaar auf einen endlosen Höllenweg voller blutiger Qualen.
Was Regisseur Tony Giglio hier mit „Timber Falls“ abliefert kann man zwar wahrscheinlich eher nicht als filmischen Meilenstein aber immerhin ruhigen Gewissens als rundum gelungenen Horrothriller bezeichnen. Das liegt vor allem daran, dass man sich als Zuschauer direkt von der ersten Minute an ganz entspannt und tief in die kreierte Atmosphäre hineinfallen lassen kann und sich einem wohligen Gruselgefühl hingeben kann. Wo sonst irgendwelche Untoten ihr grausames Unwesen treiben, setzt Giglio voll und ganz auf religionsfanatische Psychopathen und schafft damit einen konzeptionellen Rahmen, denn sich jeder Horrorfan als real möglich vorstellen kann.
Was das Erlebnis noch intensiver macht, ist das glückliche Händchen, dass Giglio bei der Besetzung bewies. Mit Josh Randall (u.a. bekannt aus „Scrubs“ und „Lost“) und der bildhübschen Brianna Brown ist hier das sympathische Vorzeigepärchen Mike und Sheryl am Start, mit denen man sich sofort identifizieren kann und bei allen Qualen, die den beiden widerfahren, intensiv mit leidet. Aber auch Nick Searcy und Beth Broderick in den Rollen des schwer gestörten Hinterwäldlerpärchens wissen zu brillieren und geben die sadistischen, religionsfanatischen Psychopathen mit geradezu beängstigender, kühler Gelassenheit, eine Gelassenheit, in der man sich auch gerne mal bei seinem jeweiligen Gegenüber im Voraus dafür entschuldigt, dass man ihm / ihr jetzt gerade mal ein Körperteil abtrennen muss.
Apropos Körperteile abtrennen: „Timber Falls“ ist, was diesen Part betrifft, nicht gerade zimperlich in gezeigten Details, so dass man diesen Film wirklich nicht als reinen Psychothriller abtun sollte sondern ihm durchaus einen gewissen Hang zum Splatter-Genre attestieren muss. Wer massiven Einsatz von Kunstblut, wild umher fliegende Finger, gespaltene Schädel etc. nicht gut vertragen kann, der sollte hier lieber keinen Blick riskieren, nicht umsonst wurde dieser Streifen von der zuständigen Prüfstelle als FSK 18 eingestuft.
Zur DVD an sich: neben dem Hauptfilm (Ton Deutsch DTS 5.1 und DD 5.1, sowie Englisch DD 5.1) gibt es im Bonusbereich neben der obligatorischen Trailershow noch ein kurzes „Making of“ und ein Interview mit James Foster, der im Film den degenerierten Sohn und Erfüllungsgehilfen des Waldsadistenpärchens gibt. Nette Features, nicht mehr aber auch nicht weniger.
Fazit: Natürlich hat man alles das, was in „Timber Falls“ gezeigt wird, als Fan des Genres so oder zumindest so ähnlich mal gesehen, und auch die Story an sich wird sicher keinen Innovationspreis gewinnen, aber dennoch würde ich den Film als definitiv sehenswert bezeichnen. Ich zumindest habe mich gut 97 Minuten lang angenehm gruselig und kurzweilig unterhalten gefühlt, deswegen 9½ blutige Finger!