Ende letzten Jahres brachte uns Till Brönner die behagliche Gemütlichkeit einer verjazzten Weihnacht mit seinem Christmas-Album näher, jetzt lädt er uns auf eine Reise an den Zuckerhut ein.
Drei Wochen nämlich weilte der Künstler in Rio de Janeiro im Aufnahmestudio, um brasilianische Vibes und südamerikanisches Feeling und Temperament in seiner Musik einzufangen. Für das Album, das nun auch bezeichnenderweise den schlichten Titel „Rio“ trägt, konnte er sich sehr zur eigenen und sicher auch der geneigten Zuhörer Freude die Unterstützung namhafter Künstler wie unter anderem Annie Lennox, Aimee Mann, Sergio Mendes, Melody Gardot und Kurt Elling sichern. Das gut dreizehn Titel lange Ergebnis all dieser Faktoren bewegt sich natürlich wie erwartet hauptsächlich zwischen den Welten Bossa Nova, Samba und Jazz, ohne dabei zu irgendeinem Zeitpunkt mit dem Zeigefinger ernsthaftiger Angestrengtheit zu drohen. Vielmehr schafft es Brönner, all diese Komponenten in fast schon poppiger Leichtigkeit zu präsentieren, jene poppige Leichtigkeit, für den ihn die meisten Musikpolizisten dieser Welt am liebsten verteufeln, seine Fans ihn aber durchaus gerade lieben.
Fazit: Auch wenn der Sommer Ende September schon so ziemlich vorbei ist, zaubert „Rio“ immer noch eine gehörige Portion Sonnenschein in die herbstlich frischen Tage. Freunde des eingängig leichten Jazz sollten sich hier angesprochen fühlen und Fans des gebürtigen Vierseners und Wahl Berliners können mit einem Kauf ohnehin nichts falsch machen. 9 Punkte!
Homepage www.tillbroenner.com