Neue Musik aus deutschen Landen ist immer gut. Zumindest ist es immer gut, wenn sich in unseren Breitengraden was tut und die Szene lebendig bleibt. Dass letztendlich das Ergebnis nicht immer gut ist, dürfte auf der Hand liegen. Spannend ist es auf jeden Fall immer wieder auf ein Neues. Für uns Rezensenten sowieso, denn meist hat man bei einer etablierten Band ja schon eine gewisse Vorstellungskraft, was da auf einen zukommt. Dies ist natürlich bei neuen Acts nicht der Fall, man darf sich einfach überraschen lassen – negativ wie auch positiv. Aber nun genug der Vorrede, widmen wir uns nun lieber The Wooden Latch und deren Debütalbum „Breakout“.
Insgesamt verteilen sich 9 Songs auf 33 Minuten Spielzeit. Wobei der erste Track nur ein Intro darstellt. Auf jeden Fall ein ziemlich funkiges und grooviges. Da kommen schon leichte Assoziationen zu den Red Hot Chili Peppers. Danach geht es aber in eine etwas andere Richtung. Ruhig beginnt „System“ und der Gesang von Mona Seer bevor ein Gitarrengewitter über den Hörer rein bricht. Holla die Waldfee, ist da etwa ein kleines bisschen „King For A Day - Fool For A Lifetime“ zu hören (ja genau, die Scheibe von Faith No More) oder doch eher Die Happy und/oder Guano Apes? Logisch, dass die Vergleiche bei einer deutschen Band mit einer Frau am Gesang zwangsläufig kommen müssen. Danach rockt die Band mit „Breakout“ solide und einem eingängigen Refrain weiter. Auch „Fire“, „Move On“ und „Fairytale“ rocken derbe drauf los. Die Produktion ist ganz gelungen, die drei Jungs (mittlerweile übrigens vier) an den Instrumenten machen ordentlich Betrieb und Sängerin Mona überzeugt mit ihrer Stimmgewalt. Allerdings ist die ganze Chose auch ein wenig unspektakulär bzw. bietet so wenig Wiedererkennungswert, hat man schon alles irgendwo gehört. Das macht die Scheibe allerdings keineswegs schlecht, nur schwerer für The Wooden Latch sich von der Masse diesen Stils abzuheben. Das etws subtilere und ruhigere „Daydream“ sticht da mehr heraus, bevor es mit „Riot“ wieder Vollgas gibt. „Cry“ versammelt dann noch mal alle Stärken der Band und bildet einen würdigen Albumabschluss.
Fazit: „Breakout“ ist sicher kein schlechtes Album, wird es aber auch etwas schwer haben sich zu positionieren. Insgesamt braucht sich die Scheibe allerdings nicht hinter Genre-Kollegen zu verstecken und es steckt sicher genug Potenzial in der Band sich zu entwickeln und auch in der Zukunft für das ein oder andere Aha-Erlebnis zu sorgen. Wir wollen also nicht gleich von Faith No More oder den Red Hot Chili Peppers sprechen, aber wer was mit den Guano Apes oder Die Happy anfangen kann, der sollte diese Scheibe hier mal antesten!