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The View: Hats Off To The Buskers Tipp

(Red Ink)

Autor: schlimm / Wertung: 10,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Hats Off To The BuskersDa hätten wir also die nächste Band von der Insel. Diesmal handelt es sich allerdings um eine Band aus Dundee und das ist schon mal neu. Dundee hat sich bisher ja nicht unbedingt einen Namen als Fundgrube für junge musikalische Talente gemacht. Auch das ist neu, denn mit The View beheimatet die Stadt nun doch tatsächlich eine Band mit Talent. Eine blutjunge Band noch dazu, wenn man das Durchschnittsalter von gerade mal 19 Jahren berücksichtigt. Sonst ist in der Presselandschaft der üblichen Verdächtigen wieder alles wie gehabt. The View sind das nächste große Ding, The View werden mit Sicherheit die Charts toppen und The View werden ziemlich sicher die Rockmusik retten. Ach ja, einen prominenten Fan hat man mit Bobby Gillespie auch noch. Alles wie immer also? Nicht ganz!

Auch wenn mir ehrlich gesagt die ganzen Superlative, die immer einhergehen mit Bands von der Insel, mittlerweile so weit zum Halse raushängen, dass sie meine Schuhspitzen berühren, so kann ich doch getrost verhalten in den Chor der Lobhudeleien einstimmen. „Hats Off To The Buskers“ ist in der Tat ein klasse Album. Nur zur Erinnerung, es handelt sich hier um ein Debütalbum! Es ist schon sehr erstaunlich, welche Vielfalt diese jungen Kerle schon jetzt an den Tag legen und welches Gespür sie für feine Popmelodien haben. Handwerkliches Können ist eine Sache, aber was die Jungs hier hinzaubern schaffen nicht viele. Ohrwurmqualitäten von besonderer Qualität.

Dreizehn Songs hat das Erstlingswerk zu bieten. Eröffnet wird die Platte mir „Comin´ Down“, gleichzeitig der schlechteste Track der gesamten Scheibe. Übrigens ist der Song nicht grds. schlecht, der rockt und der fetzt, ist allerdings auch etwas berechnend. Im Verhältnis zum Rest fällt die Nummer allerdings etwas ab, was aber daran liegt, dass der Band da zwölf bärenstarke Kleinode gelungen sind. Schon „Superstar Tradesman“ schleicht sich mit einer solchen unwiderstehlichen Melodie in die Gehörgänge und setzt sich dort auch den ganzen Tag fest. „Same Jeans“ knüpft dort nahtlos an. Wer jetzt noch ruhig sitzen kann, der scheint mir auch eher ein Steinklotz zu sein. Musik für den Frühling, den Sommer, den Baggersee, laue Nächte, einfach für die gute Laune. „Don’t Tell Me“ ist etwas langsamer, aber überzeugt auch mit einer schönen Melodie. Die Gitarren dengeln, der Bass pumpt, das Schlagzeug scheppert, Gesang mit schönstem schottischen Akzent und fertig ist der Ohrwurm. „Skag Trendy“ ist auf jeden Fall ungewöhnlich, man höre sich nur den hektischen Gesang an. Erinnert verdammt stark an die Buzzcocks, die Specials, die Undertones oder von mir aus auch an die Libertines. „The Don“ schlägt auch in diese Kerbe zwischen Punk, Pop und Ska. Nicht neu, aber trotzdem sehr gut und mitreißend.

Dass The View auch die ruhigen Töne anschlagen können stellen sie mit „Face For The Radio“ eindrucksvoll unter Beweis. „Wasted Little DJ´s“ geht als die Stadionhymne durch die andere schon seit Jahren versuchen auf die Reihe zu kriegen, aber immer wieder in Peinlichkeit versinken. Jetzt können sie sich ja mal von diesen „kleinen Scheißern“ erklären lassen wie das geht. „Gran’s For Tea“ ist nicht minder schlecht, aber eher für den Pub von nebenan. „Dance Into The Night“ ist der perfekte Soundtrack zur Vorbereitung zum Ausgehen mit der oder dem Liebsten um in die Nacht zu tanzen. Schmissige Melodie, Harmoniegesänge die Eis zum schmelzen bringen würden und das alles ohne diese unerträgliche Prise Kitsch. „Claudia“ kann man wohl als die Blaupause eines Ohrwurms jedem Musikschüler vorspielen. Wer eine Dame seines Herzens mit dem Namen Claudia betören will, der sollte schnellstmöglich dieses Liedchen lernen, dann kann eigentlich nichts schief gehen. So langsam nähert sich die Scheibe dem Ende und ein Qualitätsabfall ist immer noch nicht auszumachen. Auch „Streetlights“ überzeugt, ebenso wie „Wasteland“. Ein würdiger Abschluss eines großen Debütalbums. 

Fazit: Natürlich hat „Hats Off To The Buskers“ der Musikwelt jetzt keine neuen Erkenntnisse zu bieten. Aber das was The View hier zusammengebraut haben, schmeckt äußerst delikat. Popmusik in Perfektion ohne dabei künstlich oder zu gewollt zu klingen. Man darf gespannt sein, ob die Jungs ihre Unbekümmertheit behalten, dann wird man ziemlich sicher auch in den Folgejahren noch von der Band hören.

http://www.redinkmusic.de/theview/microsite/

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