Da haben The Styrenes aber mal ein ungewöhnliches Albumkonzept auf die Beine gestellt. Beim neusten Werk „City Of Women“ handelt es sich nämlich um ein astreines Coveralbum. Wer sich jetzt fragt was an dem Konzept so ungewöhnlich ist, der sollte die Trackliste noch mal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Bis auf den Animals Klassiker „When I Was Young“, der hier im Übrigen nicht mehr wieder zu erkennen ist, „Agitated“ von den Electric Eels und „I Wish I Was High All The Time“ dürften sämtliche anderen Tracks nämlich gänzlich unbekannt sein. Geschrieben wurden diese übrigens von Tom Warnick. Entstanden ist die Konstellation durch einen gemeinsamen Gig.
Nachdem die Scheibe mit dem punkigen „Transmogrify“ direkt auf der Überholspur losdonnert und auch mit „No Means No“ dieses Genre weiter beackert wird es im weiteren Verlauf etwas vielschichtiger. „Fly Away“ dröhnt und scheppert in schönster Indiepopmanier. Noch ausgefeilter in den Arrangements und etwas weg vom Lärm geht es dann bei „Mr. Handsome“ und „Imposter“ zur Sache. Tönt teilweise schon etwas wie der kleine Bruder der Pogues. Auch „One More“ und „Big Room“ fahren auf dieser Straße weiter. Der Titeltrack „City Of Woman“ lässt allerdings noch mal das Punkrockmonster von der Kette.
Fazit: Bei zwölf Songs und knapp 36 Minuten Spielzeit kann man The Styrenes sicher attestieren schnell auf den Punkt zu kommen. Hier wird alles gesagt, was es zu sagen gibt, dazu bedarf es keiner blumigen Sprache und Instrumentierung. Arschcool kommt die Band, deren Protagonisten sich übrigens mit sehr großen Schritten dem Rentenalter nähern, daher. Das verdient nicht nur Lob und Anerkennung, sondern auch einen ganzen Kübel Respekt. Ich verneige mich respektvoll 9 mal.