header photo

Sound Base

Online Magazin

The Rifles: Great Escape
(ADA Global/Rough Trade)


Autor: schlimm / Wertung: 8,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Nach dem überzeugenden und guten Debütalbum kommen The Rifles nun endlich mit den Nachfolger um die Ecke. Der Vierer hat zwar für „No Love Lost“ durch die Bank positive Kritiken bekommen und mit Paul Weller sogar einen sehr prominenten Fan und Fürsprecher für sich gewonnen und auch die Fangemeinde wächst beständig an, der ganz große Hype blieb allerdings aus. Gut so! The Rifles überzeugen durch Beständigkeit und Arbeit.

Nun also „Great Escape“. Das schwierige zweite Album? Anscheinend nicht, denn wie uns die Band im persönlichen Gespräch versicherte, dauerten die Aufnahmen nur knapp fünf Wochen – Druck gab es offensichtlich keinen. Das tut dem Album nicht nur merklich gut, sondern man hört es auch. Die elf Songs kommen auf eine Spielzeit von knapp 40 Minuten. Die Band klingt gegenüber dem Debüt merklich gereift. Erwachsener sind sie geworden und bessere Musiker und Songschreiber wohl auch.

Schon der schnelle und druckvolle Albumeinstieg ist mit „Science in Violence“ nicht nur äußerst gelungen, sondern auch von einer Live-Atmosphäre durchzogen. Dies scheint überhaupt der Ansatz und der gemeinsame Nenner der Scheibe zu sein. Insgesamt klingt das Werk nämlich, als wäre es live aufgenommen worden. Die neue Ernsthaftigkeit und melancholische Seite kommt schon beim zweiten Stück „The Great Escape“ besonders schön zum Vorschein. Den Höhepunkt erreicht die melancholische Seite der Rifles dann mit „History“, dem vielleicht besten Song der bisherigen Bandgeschichte.

Aber keine Angst, The Rifles haben natürlich immer noch ein Händchen für feine Popsongs. Wer die Band dafür schätzt wird mit „Sometimes“ oder „Winter Calls“ bestens bedient werden. Auch auf die Texte sollte man mal achten. „The General“ basiert z.B. auf einem gemeinsamen Abend mit Mike Tyson. Mit „For The Meantime“ haben The Rifles sogar ihren Beatles-Song aufgenommen und dies, ohne dass es peinlich wirkt. Mittlerweile sind die Jungs auch richtig gute Songbauer geworden. Die Strukturen und der Aufbau von „Out In The Past“ kann sich jedenfalls hören lassen. Zudem bewegt sich die Band hier eindeutig weg von den netten drei Minuten Popsongs. Steht ihnen außerordentlich gut zu Gesicht! Mit „Rome And Julie“ positionieren sie sich dann sogar als die legitimen Nachfolger von The Smiths. Überhaupt hat „Great Escape“ eine Menge Referenzen an The Smiths zu bieten. War das Debütalbum vielleicht noch von The Jam inspiriert, so ist dies der Zweitling eindeutig von den bereits erwähnten The Smiths.

Fazit: Auch auf „Great Escape“ gibt es wieder diese netten, kleinen, unwiderstehlichen Popmelodien zu hören, wie sie so locker nur The Rifles aus dem Ärmel schütteln. Auf der anderen Seite ist die Band deutlich reifer und erwachsener geworden und dies hört man der Scheibe ebenso an. Unter dem Strich erklimmt die Band somit die nächste Stufe. The Rifles sprinten zwar nicht in großen Schritten in Richtung Popolymp, aber gerade die kleinen Schritte sind ja manchmal die wichtigeren!

http://www.therifles.co.uk

Leave a Reply

Aktuelle Artikel