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The Hooters: Time Stand Still

(Sony BMG)

Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

The Hooters Time Stand StillThe Hooters? Was die gibt es noch? Diese Frage und Verwunderung hört man dieser Tage immer mal wieder – zumindest was die ältere Generation der Musikhörer unter uns betrifft. Teils mit Erstaunen, teils mit Ablehnung, aber auch mit Freude wird zur Kenntnis genommen, dass die Jungs aus Philadelphia mit „Time Stand Still“ ein neues Album am Start haben. Aber jede Wette, dass auch jüngere Zeitgenossen den ein oder anderen Song aus der Feder der Band bzw. Eric Bazilian und Rob Hyman kennen? Die fast zeitlosen Songs wie „All You Zombies“, „Johnny B.“ oder „Satellite“ sind auch heute noch präsent. Dazu kommt, dass sie auch als Songwriter für Kollegen wie Joan Osborne, Cyndi Lauper, Ricky Martin oder eines gewissen Robbie Williams über die Jahre fungierten.

The Hooters selber formierten sich bereits im Jahre 1980. Fortan begeisterten sie eine immer größere Anzahl an Fans mit ihrem Gemisch aus Ska, Reggae, Folk und Rock. Galt die Band noch zu Beginn des Jahrzehnts als Geheimtipp, so konnte sie sich ab Mitte der 80er im Mainstream festsetzen und eine große Anzahl an Alben an die Frau bzw. Mann bringen. Fast im Vorbeigehen heimsten sie die ein oder andere Auszeichnung ein. Auch als veritable Liveband machten sie sich einen Namen. Zu Beginn des neuen Jahrzehnts interessierte sich in den USA allerdings so gut wie kaum noch einer für sie, der Erfolg in Europa war allerdings weiterhin ungebrochen. Trotzdem erfolgte im Jahre 95 fast unbemerkt zwangsläufig die Trennung. 2001 kam man dann wieder zusammen, tourte 2003 durch Deutschland und im Hier und Jetzt liegt dann endlich(?) ein neues Album vor.

Hat die Welt auf eine weitere Hooters Platte gewartet? Braucht die Welt überhaupt eine weitere Hooters Platte? Die Fragen kann man sicher mit einem klaren Nein beantworten. Allerdings wird die Welt durch „Time Stand Still“ sicher nicht schlechter. Auch, wenn vielleicht nicht besonders viele auf dieses Werk gewartet haben, so wird es ganz sicher eine Menge Leute erfreuen. Natürlich ist die Scheibe auch wieder irgendwo im Mainstream angesiedelt. Allerdings ist das in diesem Fall überhaupt nicht weiter schlimm, wo dies bei anderen Bands eher negativ gemeint und besetzt ist, kann man das hier durchaus als Lob verstehen. Wenn Mainstream immer so klingen würde, wie bei The Hooters, dann könnte man dem Wort sogar was sehr positives abgewinnen.

Natürlich wird auf „Time Stand Still“ das Rad nicht neu erfunden. Erfreulich kann man auf jeden Fall festhalten, dass die Band auch gar nicht erst versucht ihren Sound zu ändern oder sich an zeitgenössischer Musik zu orientieren. Nein, sie knüpfen dort an, wo sie aufgehört haben. Sofort kann man den typischen Hooters-Sound erkennen und das ist auch gut so. Schon bei den ersten Klängen von „I´m Alive“ weiß man, mit wem man es zu tun hat. Der Track hätte sich auch gut auf einem der früheren Alben gemacht. „Time Stand Still“ ist dann fast etwas zu viel des Guten, da haben sie zu viel bei sich geklaut, den gab es mit „Satellite“ nämlich schon. Natürlich geht das Ding trotzdem gut ins Ohr, die Melodie ist einfach unverwüstlich. Danach folgt mit „The Boys Of Summer“ eine Coverversion. Wer kennt diesen Riesenhit von Don Henley nicht? Diese Version ist erstaunlich würdevoll gelungen. Spärlich, fast nur mit Pianoklängen interpretieren The Hooters diesen Song sehr gelungen. „Until I Find You Again“ besticht durch den mehrstimmigen Gesang, ist in Gänze allerdings auch recht unspektakulär, so ein bisschen nach dem Baukastensystem. Wer die ruhige und melancholische Seite der Band schätzt, der wird mit „Until You Dare“ auf seine Kosten kommen und bedient.

„Morning Buzz“ eröffnet die zweite Seite folkig und traditionell, das Hundegebell verstärkt diesen Eindruck noch. Nettes Kleinod zwischendurch. Der Titel und der Text von „Where The Wind May Blow“ mutet zwar etwas platt an, überzeugt aber im Gesang und seinem treibendem Rhythmus und einem schönen Chorus. „Catch Of The Day“ dürfte sich erst live ganz entfalten und ein Stimmungsgarant sein. „Ordinary Lives“ kommt balladesk und in ruhigem Fahrwasser überzeugend daher. Mit „Free Again“ plätschert das Album leider etwas aus. Zumindest ist dies laut Backcover der letzte Track, aber Vorsicht, nicht sofort abschalten, vielleicht kommt ja doch noch was schmissiges hinterher…

Fazit: Wer The Hooters bisher mochte wird auch mit „Time Stand Still“ absolut glücklich werden. Die Jungs haben keineswegs ihr Gespür für einschmeichelnde Melodien verloren. Auch Freunde gepflegter Mainstreamrock- und Folkmusik dürfen hier bedenkenlos zugreifen – zeitloses Album.

www.hootersmusic.com

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