The Doors sind einer dieser Bands, die ihre Fans jedes Jahr auf ein Neues mit einer weiteren CD beglücken. Nun gut, die Band kann sicher am allerwenigsten dafür, das dürfte Labelsache sein und neues Material gibt es ja nun auch nicht wirklich. Nein, lieber schlachtet man die Klassiker zum wiederholten Male aus. Mit „The Very Best Of“ kommt nun die gefühlte 1.578 Zusammenstellung der Band dieser Art auf den Markt. Stellt sich immer wieder auf ein Neues die Frage, wer die nun schon wieder braucht. Aber auch hier wird man sicher wieder feststellen dürfen, dass sich das Teil wie blöde verkaufen wird. Ist ja auch kein Wunder, es wachsen ja immer wieder junge Musikinteressierte Zuhörer nach. Und wie könnte der Einstieg in die musikalische Welt von The Doors besser sein als mit einer „Best Of“? Vorsichtig an das Gesamtwerk herantasten. Das kennt sicher jeder Musik-Nerd irgendwo und jeder hat ganz sicher zu Hause eine solche CD-Compilation im Regal stehen. Nein? Dann aber bitte noch mal genau nachgucken.
Die vorliegende CD sticht allerdings aus der Schwemme der „Best Ofs“ deutlich heraus. Es handelt sich hier zum einen um eine Sammlung zum 40. Bandjubiläum und was viel wichtiger ist, Produzent Bruce Botnik hat mit den verbliebenen Bandmitgliedern das Material gesichtet, neu bearbeitet und die Mutterbänder neu abgemischt. Rhino hat die ganze Geschichte dann noch mal überarbeitet und nun liegen die Songs der Doors in erstklassigem Gewand vor. Im Grunde handelt es sich hierbei um die schlanke Version der opulenten zwölf CD Box „The Doors Of Perception". Der geneigte Käufer hat nun auch noch die Qual der Wahl, denn „The Very Best Of“ erscheint auch noch in zwei Varianten. Als Einzel-CD bekommt man 20 Tracks geliefert und auf der Doppel-CD üppige 34. Natürlich sind auf der Einzel-CD die Hits so gut wie abgedeckt, allerdings liegt „The End“ hier nur als editierte Version vor. Anders bei der zwei Silberling-Version, hier gibt es die kompletten 11:39 zu hören. Ein kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings auch zu verzeichnen, denn es handelt sich hier leider um die zensierte Ausgabe. Wer den unzensierten Text hören will, der muss weiter die Augen nach der Mono-Ausgabe des Debüts Ausschau halten.
An den Erwerb der Einzel CD sollte man eigentlich keinen Gedanken verschwenden. Auf dem Doppeldecker ist alles drauf, was das Herz begehrt. Diese Zusammenstellung weist keinen Makel auf und macht damit alle anderen Doors-Veröffentlichungen dieser Machart überflüssig. Der Überarbeitung der Songs hat diesen weder geschadet, noch diese verfremdet, im Gegenteil, der Klang der Tracks ist beeindruckend. Nie zuvor klangen The Doors so druckvoll. Natürlich sind hier sämtliche Klassiker vorhanden, von „Break On Through“ über „Alabama Song“, hin zu „Light My Fire“, dem schon erwähnten „The End“, „L.A. Woman“ oder Roadhouse Blues“. 34 Songs wie in Stein gemeißelt und für die berühmte Ewigkeit.
Fazit: „The Very Best Of The Doors“ macht nicht nur Sinn, sondern ist aufgrund seiner liebevollen Überarbeitung auch endlich mal eine sehr löbliche Zusammenstellung dieser Art. Vom ersten bis zum letzten Ton kann man hier den 34 Tracks in bester Klangqualität lauschen, ohne dass das ursprüngliche Klangbild verfälscht wird. So sollte es doch immer sein. Die Aufmachung im Pappschuber, mit schönem und informativen Booklet ist auch äußerst gelungen. Diese (DO-)CD wird einem nicht nur den Doors-Einstieg erleichtern, sondern macht im Gesamtpaket richtig Spaß! Empfehlenswert!