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The Doors: Live in Pittsburgh 1970 Tipp

(Warner/Rhino)

Autor: schlimm / Wertung: 10 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Von The Doors gibt es unzählige Liveaufnahmen in mehr als zweifelhafter Qualität. Vermeintlich findige Leute ziehen den Fans so leider immer wieder für jede Menge Schrott Geld aus der Tasche. Zudem sind die Soundqualitäten zum Teil derart unterirdisch, dass sich auch das Bild der Live-Band The Doors total verfälscht. Gerade im Hinblick darauf, dass immer wieder eine neue Generation von Fans nachwächst und nach Aufnahmen förmlich lechzt, ist es mehr als löblich, dass nun auch Konzertmitschnitte offiziell zugänglich gemacht werden.

Natürlich werden Kritiker jetzt wieder bemängeln, dass sich so mit wenig Aufwand für die Plattenfirma ein schneller Taler machen lässt. Sicherlich richtig, zumal sich Scheiben der The Doors immer noch wie geschnitten Brot verkaufen. Wenn die Qualität aber stimmt und die Nachfrage dafür entsprechend da ist, kann man der Geschichte eigentlich nur positiv gegenüberstehen. Kommen diese Geschichten dann auch noch aus dem Hause Rhino, dann kann das Endergebnis eigentlich nur gut sein. So auch im Falle von „Live in Pittsburgh 1970“. Die Aufmachung ist (mal wieder) sehr liebevoll. Die CD kommt im schönen und aufklappbaren Pappschuber. Die linke Seite hält das Booklet bereit, welches mit einigen interessanten Informationen glänzen kann. Ein paar Fotos runden die Sache sehr schön ab. Auf der rechten Seite kann man dann logischerweise die CD entnehmen. Das Auge isst bekanntlich mit. Der Hunger dürfte hier jedenfalls fürs Erste gestillt werden.

Die Aufnahme vom 2. Mai 1970, aus der Pittsburgh Civic Arena ist klanglich fast schon eine Offenbarung. Keyboards, Gitarre und Drums sind klar und deutlich zu vernehmen und schälen sich sehr druckvoll aus den Boxen. Der Gesang steht dem in nichts nach und ist ebenfalls sehr deutlich. Behutsam und absolut authentisch wurden die Aufnahmen gemischt, produziert und geschnitten. Hier scheinen sich alle Beteiligten richtig ins Zeug gelegt zu haben und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl vorgegangen zu sein. Eigentlich sollte die Aufnahme schon früher veröffentlicht werden, wären nicht noch Spuren vom Masterband verschwunden.

Ob die letzte Tour von The Doors nun deren beste war, sei mal dahingestellt. Trotzdem ist dieser Mitschnitte absolut mitreißend und man bekommt einen ungefähren Eindruck von deren Livequalitäten. Die Band scheint sich zuerst mit einem Cover von Howlin´ Wolf „Back Door Man“, „Love Hides“ und „Five To One“ einzugrooven. Spätestens bei „Roadhouse Blues“ entfaltet sich der ganze Wahnsinn. Jim Morrison singt wie in Trance, Manzarek lässt seine ganze Klasse an den Keyboards aufblitzen, John Densmore hält alles mit seinem Schlagzeugspiel zusammen und Robby Krieger lässt die Gitarre jaulen. Im Verlaufe des Konzertes steigert sich die Band immer mehr in eine Art Jamcharakter und scheint Raum und Zeit zu vergessen. Ein Song scheint in den anderen zu münden. So schaffte es die Band fast spielerisch von „Mystery Train“ zu „Away In India“ zum Robert Johnson Cover „Crossroads Blues“. Fesselnd und Mitreißend! Höhepunkt dürfte zweifelsohne A 22-Plus-Minute Version Of „When The Music´s Over“ sein. Die Band baut hier Versatzstücke von Tracks ein, die sie bis dato nie live gespielt hatten. Somit dürfte dies auch eine wahre Fundgrube für Fans sein. Ebenso darf man sich an dem eher raren „Someday Soon“ erfreuen.

Fazit: The Doors „Live in Pittsburgh 1970“ ist von der Aufmachung, über die Soundqualität bis letztlich zum Auftritt von The Doors eine wirklich tolle Geschichte. Schön, dass man dies nun endlich so genießen darf! Sowohl für Fans, wie auch für Neueinsteiger eine feine Sache!

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