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The Coral: Roots And Echoes Tipp

(Red Ink)

Autor: schlimm / Wertung: 10 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

The Coral Roots And EchoesDas älteste Bandmitglied Skelly ist gerade mal 26 Jahre und doch scheinen The Coral mehr erlebt zu haben als andere in einem ganzen Leben. Nicht nur, dass die Band nun schon elf Jahre tätig ist bzw. die  Mitglieder miteinander Musik machen, nein auch der Erfolg stellte sich recht schnell ein, die Fanschar wuchs und wuchs, so mancher prominente Vertreter zählte sich dazu, man tourte fast vier Jahre ohne Unterbrechung und frönte auch sonst dem typischen Rockstarleben. Das kann auf die Dauer alles etwas viel werden und so verließ Bill die Band. Schnell merkte der verbliebene Rest, dass damit ein nicht zu ersetzendes Element fehlte und so machte sich die große Depression breit. Mit anderen Worten, man stand kurz vor der Trennung. Die Lösung des Problems war denkbar einfach, man ging zurück auf Start nach Hoylake und nahm wieder am normalen Leben teil. Und siehe da, dies wirkte wahre Wunder und als dann auch noch Bill zurück in den Schoß der Band kam war fast alles wieder wie zu Beginn der Karriere –  Freunde, die sich darauf freuten gemeinsam Musik zu machen.

Ergebnis dieses Prozess ist nun „Roots And Echoes“. Da die Kosten für eine derart große Gruppe in einem Fremdstudio aber enorm hoch sind, hatte man sich zunächst entschieden, die Aufnahmen in der Heimat anzugehen. Da Oasis aber eh gerade unterwegs waren, bot Noel Gallagher sein eigenes Studio an. Der Rest ist wie, man so schön sagt – Geschichte und liegt nun in Form des elf Song starken neuen Albums vor.Selbstredend ist dabei jetzt natürlich die beste Scheibe der Bandgeschichte raus gekommen, kennt man ja alles. Und doch, dies ist in der Tat nicht zu hoch gegriffen, „Roots And Echoes“ ist ein reifes Album, fast schon ein Alterswerk – ohne allerdings alt zu klingen.

Schon die erste Single „Who´s Gonna Find Me“ kommt schmissig mit einer luftigleichten, aber keineswegs belanglosen Melodie daher. Das Händchen dafür haben anscheinend wirklich nur Musiker von der Insel. „Remember Me“ steht dem in nichts nach, ist insgesamt aber etwas ausgefeilter im Arrangement und einen Ticken ruhiger ausgefallen. Entspannt mit einer Mischung aus Folkrock und Pop geht es dann mit „Put The Sun Back“ weiter. So simpel und so einfach, wo andere in den Schwulst abdriften schütteln The Coral mal eben so einen netten Song für Zwischendurch aus dem Ärmel. „Jacqueline“ verfeinert diesen Weg noch weiter, wer aber genau hinhört, der wird feststellen, dass die Versatzstücke des Tracks durchaus von anderen Künstlern bekannt sind. Schwermütig wird es danach mit „Fireflies“, bevor es zwar mit einem melancholischen Grundton bei „In The Rain“, aber doch mit viel Schmackes zur Sache geht. The Coral sind also auch auf dieser Platte tanzbar.

„Not So Lonely“ eröffnet die zweite Hälfte und ist fast schon in der Tradition eines Hank Williams zu sehen. Mal eine ganz andere Seite von The Coral, aber nicht minder interessant. Absicht oder Zufall? „Cobwebs" erinnert verdammt stark an The Divine Comedy und das ist ja nicht unbedingt die schlechteste Referenz. „Rebecca You“ stellt sich als wunderschöner Popsong mit traurigem Grundton dar. „She´s Got A Reason“ ist zwar nett, aber wenn man die gesamte Platte betrachtet doch recht belanglos und langweilig und fast schon etwas schmalzig. Molltöne hat zum Schluss dann noch mal „Music At Night“ zu bieten.

Fazit: Auf den ersten Blick bzw. bei flüchtigem Hören merkt man erst gar nicht, wie ausgefeilt „Roots And Echoes“ doch ist. Instrumentierung, Arrangement und Produktion sind zum Teil komplex und sehr facettenreich. In seiner Gesamtheit gibt es hier so jede Menge zu entdecken. Vom Cover, über das Booklet bis hin zur Musik transportieren The Coral die Vergangenheit in das Hier und Jetzt und liefern ein reifes und weises Album ab. Die Pause scheint der Band merklich gut getan zu haben. Wenn dies dann immer so gut klappt, dann bitte öfters mal pausieren, danke!

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