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The Clash: Live Revolution Rock

(Sony BMG)

Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Für die Clash-Dokumentation „Westway To The World“ wurde Regisseur Don Letts schon mit dem Grammy ausgezeichnet. Nun gibt es für alle Clash-Fans und solche die es noch werden wollen, endlich den Nachschlag. „Live Revolution Rock“, der Titel lässt es unschwer erahnen, beschäftigt sich nun mit Liveauftritten der Punklegende. Letts stellte hier allerdings nicht nur Konzertausschnitte zusammen, sondern auch Studioaufnahmen und Interviewsequenzen. Dies ergibt unter dem Strich eine stattliche Anzahl an Material, welches zum Teil noch nie zu sehen war oder gar veröffentlicht wurde! Ein Fest für Fans also!

Die Navigation der DVD ist wunderbar einfach. Dies ist ausdrücklich als Kompliment zu verstehen! Ohne viel Spielerei kann man direkt auswählen, wie man den Inhalt hier genießen möchte. Man muss sich also nicht durch eine nervige Navigation hangeln – sehr löblich! Ebenso kann man hier direkt die Musik ansteuern oder man wählt noch als zusätzliche Option die Stimme aus dem Off, die hier noch allerlei zu den einzelnen Stationen zu erzählen hat und was sich als kleine Autobiographie erweist.

Wunderdinge sollte man von Bild und Ton hier natürlich nicht erwarten. Die Aufnahmen sind selbstverständlich nicht mit heutigem technischen Standard zu vergleichen. In den Jahren 77-83 zählten noch andere Dinge – Herz und Seele! Wer Hochglanzunterhaltung möchte, ist sicher falsch. Manche Aufnahmen kommen sogar über einen gewissen Bootlegcharakter nicht hinaus. Umso authentischer erscheinen dem geneigten Zuseher die Bilder und Songs.

Schon der Zusammenschnit des Auftaktes „Complete Control“ zeigt welchen Stellenwert diese Band hatte und immer noch hat. „I Fought The Law“ aus dem Jahre 79, aufgenommen in London Lyceum fängt sehr gut die unbändige Kraft ein, die diese Band ausstrahlte. Gefilmt wurde übrigens von der Seite oder aus dem Graben – heute sicher undenkbar. Ebenso die Aufnahme von „Police & Thieves“, wo mit einer Kamera auch schon mal stoisch nur die Gitarre von Strummer aufgenommen wurde. So war es wohl damals – Punkrock eben. Der Charme der frühen Clash wird dafür umso besser wiedergegeben. Unbezahlbar sind auch die Aufnahmen von „What´s My Name“. Hier wird die Band entweder von hinten gefilmt oder eben wieder von der Seite. Ein netter Nebeneffekt stellt sich dadurch ein, dass man so auch das eingeengte und ausflippende Publikum sieht. Ja, The Clash waren schon eine ganz besondere Liveband! Auch sehr gut zu beobachten bei „London´s Burning“ vor beeindruckender Kulisse im Victoria Park in London, aufgenommen im Jahre 78.

Natürlich dürfen auch die großen Hits (sofern man bei The Clash davon sprechen kann) nicht fehlen. Anhand der Aufnahmen kann man auch sehr gut nachvollziehen, wie sich die Band entwickelt hat. „London Calling“ aus dem Jahre 81 zeigt eine deutlich gereifte Band, die jetzt so was wie Stars waren. „Train In Vain“ ist natürlich ebenso dabei, wie „This Is Radio Clash“. „Brand New Cadillac“ stammt aus Tokyo 82 und Strummer wirkt mit seinem japanischen Stirnband fast wie der Vorläufer von Bruce Springsteen. „Should I Stay Or Should I Go“ aus dem Shea Stadion in New York dürfte mittlerweile jeder Rockfan zigfach gesehen haben – trotzdem immer wieder ein Erlebnis.

Das Bonusmaterial ist mit zwei Interviews nicht gerade üppig ausgefallen, allerdings sehr sehens- und hörenswert. Besonders die Frisur von Strummer bei „NBC Live At Five“ hat einigen Unterhaltungswert. Ansonsten sieht man schon, dass die Band ihr Image gepflegt und kultiviert hat, inklusive dem obligatorischen Kamm in der Hose, der bei jeder Gelegenheit herausgeholt wurde um die Frisur wieder auf Vordermann zu bringen.

Fazit: „Live Revolution Rock“ ist ein wichtiges und beeindruckendes Dokument einer der wichtigsten Band der jüngeren Musikgeschichte. Zwar kann die DVD nicht mit heutigem Standard mithalten, muss sie aber auch nicht, was hier enthalten ist, ist viel wichtiger. So kann man als Nachgeborener zumindest einen kleinen Eindruck davon bekommen, was The Clash für eine Kraft bei ihren Liveauftritten versprühten.

http://www.theclashonline.com

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