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The Atomic Bees: Start Breathing

(India Records/Rough Trade)

Autor: schlimm / Wertung: 7 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Jetzt sind die 80er auch wieder in Italien angekommen. The Atomic Bees huldigen mit ihrem Debütalbum diesem Jahrzehnt und haben nun mit „Start Breathing“ ein Album irgendwo zwischen New Wave und Post Punk aufgenommen. Die beiden Protagonisten, Diego Leanza und Gianmatteo Matullo, die sich schon von Kindesbeinen an kennen und schon vor Jahren ihre ersten gemeinsamen musikalischen Gehversuche unternommen haben, sind sich in der Musikszene von Neapel immer wieder über den Weg gelaufen und da war es nun endlich mal an der Zeit auch ein gemeinsames Album aufzunehmen.

Interessant an ihrem Erstlingswerk ist die Tatsache, dass sie es zum Teil schaffen die Musik der 80er in das Hier und Jetzt zu transportieren. Wo andere Künstler zu bemüht klingen und dann am eigenen Anspruch scheitern, bringen The Atomic Bees eine spielerische Note in ihre Songs und schaffen sich sogar eine eigene Identität. Diego Leanza komponiert und arrangiert sämtliche Stücke, während Gianmatteo Matullo diese gesangliche veredelt. Bisweilen erinnert die Stimme frappierend an Robert Smith von The Cure.

Auch musikalisch scheinen sie sich mitunter an The Cure zu orientieren und so klingt z.B. „The Show“ wie ein Song dieser alten Helden. Dies ist ja nicht unbedingt die schlechteste Referenz. Das hat Schmackes und Schmiss und was viel wichtiger ist – Herz und Seele. Mit „Smalltown Boy“ findet sich auch eine Coverversion des alten Bronski Beat Klassikers wieder. Der ursprüngliche Charakter des Tracks wurde beibehalten und nur dezent in ein The Atomic Bees Korsett gepresst. So geht man natürlich auf Nummer sicher, hat es aber auch geschafft, den großen Berg der Peinlichkeit gekonnt zu umschiffen – das ist auch eine Leistung. Die ruhigen und balladesken Momente bei „Smile“ können zudem durch ein schönes Arrangement überzeugen. Manches, wie etwa der Titeltrack „Start Breathing“, dürfte nur überzeugte Anhänger der 80er Jahre begeistern, da wird es dann doch etwas zu viel des Guten. Überzeugender sind The Atomic Bees immer dann, wenn sie die elektronischen Elemente mit denen klassischer Instrumentierung der Rockmusik mischen. „Liar“ ist das Paradebeispiel dafür, dass dies heute immer noch hervorragend funktioniert.

Fazit: The Atomic Bees schaffen es, ein eigentlich furchtbares, musikalisches Jahrzehnt auch heute noch interessant klingen zu lassen. Dies gelingt zwar nicht auf die volle Albumdistanz, aber insgesamt hat „Start Breathing“ genug Ansatzpunkte die Scheibe ins Herz zu schließen.

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