„Stereotomy“ von The Alan Parsons Project konnte Fans und Kritiker nicht mehr so recht überzeugen. Dem Spätwerk, erschaffen im Herbst der Karriere, wurde immer wieder attestiert, dass die Luft einfach raus sei. Was in den Anfangstagen noch gelobt wurde und als herausragend und innovativ galt, war auf einmal dann doch nicht mehr so aufregend? Eigentlich kaum zu glauben.
Das Album lag in seiner Urfassung schon in einer perfekten klanglichen Form vor. Remasterte Versionen hätte es also nicht unbedingt gebraucht. Trotzdem gibt es nun mit der Neuauflage eine Verbesserung in dieser Hinsicht. Wenn man sich die verschiedenen Fassungen tatsächlich per Kopfhörer zur Gemüte führt, stellt man in der Tat noch einen Unterschied fest. Auch hier hat man wohl noch mal versucht das Optimum herauszuholen.
Musikalisch besticht die Scheibe mit seinen neun Tracks wieder mit einer unglaublichen Opulenz. Als Gastmusiker und –sänger sind Garry Brooker und ein weiteres Mal John Miles mit von der Partie. Der Albumopener „Stereotomy“ und das Instrumentalstück „Urbania“ sind auch heute noch herausragend. Die Ballade „Limelight“ war schon immer Kitsch pur, wenn man in der richtigen Stimmung ist, dann hat der Song trotzdem seine Faszination. The Alan Parsons Project hatte aber auch immer wieder rockige Tracks wie „Where´s The Walrus?“ im Gepäck. Natürlich dürfen bei dieser Neuauflage auch die obligatorischen Bonus-Tracks nicht fehlen. Für Fans sicher ein ganz nettes Beiwerk, für Neueinsteiger zwar interessant, aber eher verzichtbar.
Fazit: The Alan Parsons Project waren wahre Klangmeister und wenn man ehrlich ist, in dieser Hinsicht einer Vielzahl ihrer Kollegen um Jahre voraus. Zum Teil ist es unverständlich, dass „Stereotomy“ so vernichtende Kritiken bekommen hat. Hier gibt es alles, was The Alan Parsons Project ausmacht(e). Wer sich in einem grandiosen Sound verlieren möchte und auf Entdeckungsreise durch Klangwelten von Keyboardflächen, sphärischen Gitarren und dezenten Saxophoneinsätzen gehen möchte, ist bei „Stereotomy“ goldrichtig.