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The Alan Parsons Project: EVE (remasterte Version)

(Sony BMG)

Autor: schlimm / Wertung: 7,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Alan Parsons kann man sicherlich zu den Schwergewichten der moderneren Musikgeschichte zählen. Als Produzent und Tontechniker für und bei der EMI hat er doch an dem ein oder anderen Klassiker mitgewirkt. Die Beatles und „Abbey Road“ und „The Dark Side Of The Moon“ von Pink Floyd sind da nur die Spitze des Eisberges. Ansonsten pflastern Alben der Wings, Al Stewart oder Cockney Rebel seinen Weg. Auch mit The Alan Parsons Project schrieb er Geschichte. Zusammen mit Eric Woolfson gründete er diese Formation. Woolfson wiederum war bis dahin Manager von Carl Douglas der mit „Kung Fu Fighting“ einen Hit landen konnten.

Sony legt nun die Alben in einer Expanded Edition wieder auf. Selbstverständlich sind diese Digitally Remastered und beinhalten neue Liner Notes, rare Fotografien und sonstige Andenken. Den Anfang macht nun das Konzeptalbum „EVE“. Man kann fast davon ausgehen, dass so ziemlich jeder deutsche Fernsehzuschauer zumindest Teile des Album kennt, vermutlich ohne es zu wissen.

Der Albumopener und Instrumentalstück „Lucifer“ dürfte die Menschen ab 30 ganz sicher an ihre Kindheit erinnern, lief dieser Überhit seinerzeit rauf und runter. Ebenso ist dieser Song die Erkennungsmelodie der Sendung „Monitor“ im WDR. Den Älteren unter uns sollte dieses Stück auch an die Fußballweltmeisterschaft 82 in Spanien erinnern, nutzte die ARD doch dort den Song. Schon alleine die Nummer rechtfertigt den Kauf von „EVE“ da man „Lucifer“ einfach im Schrank stehen haben muss und dies nicht nur aus nostalgischen Gründen.

„EVE“ widmet sich insbesondere dem Thema Frauen. Übrigens gibt es nur auf diesem Album zwei Frauenstimmen zu hören. Parsons und Woolfson überließen nichts dem Zufall und planten ihre Projekte bis in kleinste Detail. Ansonsten griffen sie bei den Gesangsparts auf die bewährten Mitstreiter zurück: Lenny Zakatek, Chris Rainbow und David Paton.

Auch, wenn „Lucifer“ die gesamte Scheibe überstrahlt, ist „EVE“ in seiner Gesamtheit gesehen schwächer als die Vorgängeralben. Die Schnulze „You Won´t Be There“ war damals sicher zeitgemäß und setzte vom Klangbild her Maßstäbe für eine ganze Generation, könnte auf der anderen Seite allerdings auch von den Bee Gees sein. Trotzdem besticht natürlich hier eben jenes opulente Klangbild. Parsons und Woolfson hatten einfach ein Händchen dafür simple Strukturen ganz groß aufzublasen. Elektronik trifft auf Rock und nimmt bisweilen sinfonische Züge an. „Damned If I Do“ bleibt einem da auch nachhaltig im Gedächtnis haften. Der besondere Sound entstand zudem unter maßgeblicher Mithilfe von Eberhard Schöner und dem Orchester der Münchner Kammeroper. Und da ergeben sich weitere nostalgische Verbindungen, ist Schöner doch für die Titelmelodien von „Derrick“ und „Der Alte“ verantwortlich! Einflüsse bzw. erste Vorboten sind hier auch schon auszumachen.

Insbesondere gewinnt „EVE“ in der vorliegenden remasterten Version noch mal zusätzlich an Klarheit im Sound. Was die CD aber noch mal aufwertet sind die sieben Bonustracks. Hierbei handelt es sich um Demoversionen und Rough Mixe, darunter gleich zweimal „Lucifer“. Für Fans sicher mehr als interessant, da man hier quasi an der Entstehungsgeschichte der Songs teilhaben darf.

Fazit: Die Neuauflage von „EVE“ macht nicht nur Sinn, sondern war in dieser Konstellation fast notwendig. Der Klang zeigt sich nochmals verbessert und die Aufmachung kann sich ebenfalls sehen lassen. Die Bonustracks werten die Geschichte ebenfalls auf. Für Fans einfach unverzichtbar und wer den damaligen Zeitgeist noch mal durch seine Anlage jagen möchte, sollte ebenfalls zugreifen.

http://www.the-alan-parsons-project.com

 

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