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The Alan Parsons Project: Ammonia Avenue (remasterte Version)

(Sony BMG)

Autor: schlimm / Wertung: 7 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Die Entfremdung des Menschen in der modernen Industriegesellschaft ist das Hauptthema des 1984 veröffentlichten Albums "Ammonia Avenue". Eric Woolfson wurde zum Albumtitel durch einen Besuch bei Imperial Chemical Industries (ICI) im englischen Billigham inspiriert. So viel zur thematischen Ausgangsstation. Musikalisch haben sich die beiden Hauptprotagonisten hier ein großes Stück vom Schaffen der vergangenen Tage entfernt. Das große Orchester wurde eingemottet und man hat sich noch mehr dem radiotauglichen Pop zugewandt. Progessive Versatzstücke sind selbstverständlich auch hier auszumachen.

„Ammonia Avenue“ hat zudem einen weiteren ganz dicken Hit zu bieten. „Don´t Answer Me“ dudelt auch heute noch im Formatradio bisweilen rauf und runter. Man kann das sicherlich in die große Kitsch Schublade einsortieren, aber mal ehrlich, irgendwas hat der Song auch heute noch. Man muss es auch erstmal auf die Reihe kriegen eine solche Schnulze zu schreiben, die auch Jahrzehnte später immer noch gespielt wird und das ohne zu nerven. Für viele ist die Ballade „Since The Last Goodbye“ ein weiterer Höhepunkt der Scheibe. Hier taucht auch der Bombast vergangener Tage wieder auf. Auch „Dancing On A Highwire“ fliest mit einer Leichtigkeit dahin, die so anscheinend nur das Alan Pasons Project hinbekommt. Nicht spektakulär, aber klanglich um vom Aufbau sehr schon in Szene gesetzt. Neben dem Titelstück ist „Pipeline“ das einzige Stück mit Orchester. Die Keyboards verbreiten die typische APP-Atmosphäre und auch das Saxophon weiß zu gefallen. Spätestens hier dürften alle Anhänger der älteren Scheiben ihren Frieden mit dem Album gemacht haben.

Die acht Bonustracks stellen auf dieser Wiederveröffentlichung aber den eigentlichen Höhepunkt dar. Hier darf man an der Entstehungsgeschichte der Songs teilhaben und die Demos und Mixe unterscheiden sich zum Teil schon erheblich von den Albumversionen. Eine wahre Fundgrube für Fans, Sammler und alle, die am Arbeitsprozess einer Band interessiert sind.

Fazit: „Ammonia Avenue“ ist sicherlich nicht so schlecht, wie das Album manchmal gemacht wird. Handwerklich ist dies zudem wieder toll eingespielt worden und die Arrangements können sich ebenfalls hören lassen. Natürlich merkt man der Scheibe deutlich an, dass dem Alan Parsons Project so langsam die Ideen ausgingen, aber gerade die vorliegende Scheibe mit den Bonustracks ist eine lohnende Investition.

http://www.the-alan-parsons-project.com

 

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