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Ten Years After: Watt Tipp

(Chrysalis/Capitol Music/EMI)

Autor: schlimm / Wertung: 10 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Das Woodstock-Festival wird für alle Zeiten ein fester Bestandteil der Musikhistorie sein, Ten Years After dürfte also irgendwie immer im Gedächtnis bleiben. Auch, wenn der Auftritt der Band vielleicht nicht ganz so legendär ist wie der eines gewissen Jimi Hendrix, so hat ihr Gitarrist Alvin Lee die Menschenmenge seinerzeit komplett mitgerissen. Der Auftritt kann durchaus als der ganz große Durchbruch gewertet werden und so standen danach Ten Years After viele Türen offen.

Die Alben der Band wurden fast allesamt zu Klassikern. Nun darf man sich erneut an „Watt“ aus dem Jahre 71 erfreuen. Die Scheibe wird, basierend auf dem digitalen Remaster von 2004, nun neu veröffentlicht. Wer sich allerdings auf jede Menge Bonusmaterial gefreut hat, könnte eine kleine Enttäuschung erleben – es gibt schlicht keins oder besser gesagt kein relevantes. Diese Variante ist allerdings allemal besser, als wenn krampfhaft versucht würde irgendwelche fragwürdigen Demos auf das Album zu packen.

Mit „Watt“ waren Ten Years After an ihrem Höhepunkt angelangt. Die Band legt hier ein Niveau an den Tag und brilliert, dass man staunend den Klängen lauscht. Der mit sämtlichen Bluesgewässern gewaschene Rock hat es in der Tat in sich. Wenn es auf diesem Album überhaupt Schwachpunkte gibt, dann ist es das Instrumentalstück „The Band With No Name“ und die Coverversion „Sweet Little Sixteen“, welches 1970 live auf der Isle Of Wight mitgeschnitten wurde. Die übrigen sechs Tracks sind musikalische Kost für Feinschmecker. Zum Teil ist das hier Gehörte sensationell und klingt auch heute noch erstaunlich frisch.

„I´m Coming On“ mit seiner treibenden Atmosphäre raubt einem schon gleich zu Beginn den Atem. „My Baby Left Me“ ist nicht minder brillant und überzeugt durch einen sensationellen, sich steigernden Aufbau. Dass die Band auch die balladesken Momente ohne jeglichen Anflug von Kitsch beherrschte, stellte sie eindrucksvoll mit „Think About The Times“ unter Beweis. „I Say Yeah“, „Gonna Run“ (wenn es so etwas wie Jazzblues geben sollte – bitteschön) und „She Lies In The Morning“ sind beeindruckende Zeugnisse des Ausnahmekönnens von Ten Years After.

Fazit: „Watt“ hat den Test der Zeit eindrucksvoll bestanden. Auch heute noch klingt die Scheibe relevant und frisch. Die remasterte Version stellt im Gesamtklang eine deutliche Verbesserung dar. Wer also „Watt“ bisher noch nicht in seiner Sammlung stehen hat, der sollte nun keine Sekunde länger zögern und zugreifen!

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