Man hätte ja in diesem Jahre vieles erwarten können. Naja, es ist ja erst ein Drittel vergangen, da kann ja durchaus noch einiges passieren. Obwohl, ich muss gestehen, dies wäre mir wirklich nicht in den Sinn gekommen, dass sich zwei der größten Rock- und Popmusiker wieder zusammenfinden würden. Durchaus ein Highlight für die Musikwelt. Roland Orzabal trifft Curt Smith – Tears For Fears 2005….. forever! Was waren das für Zeiten. Damals flimmerten ihre Songs regelmäßig auf der Mattscheibe. Ihre Musikvideos waren Kunst. Bereits mit ihrem Debütalbum „The Hurting“ sorgten Tears For Fears mit anspruchsvollen, elektronisch beeinflussten Popsongs für Furore. Die Singles „Mad World“ und „Pale Shelter“ platzierten sich auf Anhieb in den Charts. Den Vogel schossen die beiden jedoch schon mit dem Nachfolger „Songs From The Big Chair“ ab. Eine internationale Sensation. Tears For Fears landeten mit den Auskopplungen „Shout“, „Everybody Wants To Rule The World“ und „Head Over Heels“ absolute Hits und mutierten in Kürze zu Weltstars. Gleichfalls das dritte Album festigte ihre Position. Die Single „The Seeds Of Love“ ist noch heute ein immer wieder gern gespielter Partyhit. Tears For Fears sorgten nicht nur mit ihren Alben für einen frischen, sprudelnd melodischen Wind im Showbiz, auch ihre Livekonzerte hinterließen Spuren. Doch wie es eben so kommt. Kaum den Zenit des Erfolgs erklommen, packt einer plötzlich und unerwartet seine Koffer. Manch einer wird sich noch an das legendäre, auch via TV in alle Welt übertragene Konzert erinnern. Knebworth 1990 – Genesis, Dire Straits, Pink Floyd, Joe Cocker, Rod Stewart, Eric Clapton, Paul McCartney und viele mehr waren am Start. Natürlich auch Tears For Fears. Doch kaum war das Konzert beendet, packte Curt Smith seine Koffer und verschwand auf nimmer Widersehen. Keinen Spass mehr an der Arbeit, eine Ehe, die zu Ende ging und dies und das, veranlassten Curt das Weite zu suchen. Der übrig gebliebene Roland Orzabal versuchte zu retten, was noch zu retten möglich war, und lieferte mit drei Alben unter dem Namen Tears For Fears gefällige Songs ab. Doch den wahren Fan konnten diese Produktionen nur bedingt bei Laune halten. Des Komponierens und Tourens müde, zog es Roland Orzabal1996 dann urück an den heimischen Herd nach britisch Bath. Erst wieder 2001, dummerweise genau am 11. September, präsentierte Roland sein erstes Solo-Album – „Tomcats Screaming Outside“. „Klasse Timing“, heute sein Kommentar dazu. Curt Smith versuchte zu dieser Zeit sein Glück in New York. Nachdem sein erstes Solowerk floppte, gründete er mit ein paar Jungs die Band „Mayfield“ – eine reine Clubband. Dann passierte es eben nach vielen Jahren getrennter Wege. Geschäftlich standen sie zwar regelmäßig in Kontakt, doch nach dem hundertsten Mal der Anfrage: „Könntet Ihr nicht vielleicht wieder etwas zusammen machen?“, setzten sich die beiden schlussendlich wieder zusammen. Nach dem Motto: „Worüber machen wir uns eigentlich Sorgen?, verkrochen sich Roland Orzabal und Curt Smith im Studio und ließen ihren Gefühlen freien Lauf. Soweit Geschichte. Nun liegt das Album vor und es schlägt dem Fass den Boden aus. Auf der einen Seite: „Schade, dass wir so lange darauf warten mussten“, auf der anderen Seite: „Super, dass es die beiden noch gibt.“ Mit „Everybody Loves A Happy Ending“ – ein perfekt gewählter Titel – schwimmen die beiden wieder auf der gleichen Elektro-Poprock Welle, wie zu besten Zeiten. Auch wenn die Zeit nicht stehen geblieben ist, diese Songs werden ihre Fans erreichen. Zwei geniale Songwriter und Musiker ticken wieder auf einer Wellenlänge. Herausgekommen sind Songs, die wir lange vermisst haben. Edle Kompositionen, eingängige Melodien, Fragmente von Lennon und McCartney, farbenfrohes und frisches Popmaterial, dass einfach nur mitreißt. Ein Hauch Moderne darf natürlich nicht fehlen. „Sowing The Seeds Of Love“ war gestern. Heute dringen Melodien an unser Ohr, die schon seit vielen Jahren nicht mehr geschrieben wurden. Songs wie „Closet Thing To Heaven“, „Who Killed Tangerine?”, „Secret World“ oder „Last Days On Earth“ erfrischen und beleben den Alltagstrott vieler Produktionen. Tears For Fears 2005 – eine musikalische Wiedervereinigung, die manches Herz höher schlagen lässt. Eine fruchtbare Partnerschaft. Tracklisting: 01. Everybody Loves A Happy Ending 02. Closest Thing To Heaven 03. Call Me Mellow 04. Size Of Sorrow 05. Who Killed Tangerine? 06. Quiet Ones 07. Who You Are 08. The Devil 09. Secret World 10. Killing With Kindness 11. Ladybird 12. Last Days On Earth 13. Pullin´ A Cloud 14. Out Of Control Time: 62:40 min. Discographie: 1983 The Hurting 1985 Songs From The Big Chair 1989 Sowing The Seeds Of Love 1993 Elemental 1995 Raoul And The Kings Of Spain 1996 Saturnine, Martial And Lunatic 2005 Everybody Loves A Happy Ending
Rezensionen > Musik
Tears For Fears: Everybody Loves A Happy Ending
(Edel Records)
Autor: RM / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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