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Tatort: Das Böse

(Audio-Verlag)

Autor: AR / Wertung: 10 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Cover Tatort Das BöseInhalt: Ein Mann wird von der U-Bahn überrollt und tödlich verletzt. War es ein Unfall, Selbstmord oder gar ein Mord? Frau Baum, einzige Zeugin, die direkt neben dem Opfer stand, ist überzeugt: Der Mann wurde gestoßen. Doch die Frau steht völlig unter Schock und kann sich an Details nicht erinnern. Ein weiterer Zeuge meldet sich – Herr Petzold ein gediegener Banker. Aber es stellt sich schnell heraus, daß er mehr Interesse an der Kommissarin Charlotte Sänger hat, als wirklich etwas zur Aufklärung des Falls beitragen zu können. Amtsleiter Fromm ist nicht sehr erbaut davon, daß dieser Petzold so eindeutiges Interesse an seiner Kommissarin zeigt. Einzig Kommissar Fritz Dellwo schaut sich Petzold genauer an und stößt dabei auf Unstimmigkeiten. Dabei übersehen alle, daß Kommissarin Sänger dem Bösen gefährlich nahe kommt und am Ende eine grausame Entdeckung macht.

Kritik: Was 1970 mit einem simplen „Taxi nach Leipzig“ begann, hat sich heute zum sonntäglichen Dauerbrenner in der ARD entwickelt: Tatort. Darüber hinaus laufen in den dritten Programmen mittlerweile fast täglich Wiederholungen. Die Krimireihe scheint also mehr denn je ein Garant für Spannung und Quote gleichermaßen zu sein. Um so mehr erstaunt es, daß die Herren und Damen des Ersten Programms bei soviel Anteilnahme seitens der Zuschauer erst jetzt auf die Idee eines Merchandisingproduktes in Form eines Hörbuchs kamen. Der Audio-Verlag veröffentlicht nun ab dem 23. August zunächst 10 ausgesuchte Originalsendungen (inklusive Klaus Doldinger-Melodie), die von einem der jeweiligen regional zuständigen Kommissare vorgelesen werden. 

Das Böse“ (Erstausstrahlung 2003), vorgetragen von Andrea Sawatzki alias Charlotte Sänger vom Frankfurter Ermittlerteam Fritz Dellwo/Charlotte Sänger ist sicherlich einer der prägnantesten Tatortfolgen der letzten Jahre. Neben einem für einen Krimi eher unüblichem Motiv und Täter (Ulrich Tukur hat für seine Darstellung des Bankers Petzold den Deutschen Fernsehpreis erhalten), gestattet sie dem Zuschauer respektive dem Hörer einen nahen und unverklärten Einblick in das persönliche Leben der Kommissarin. Durch das dramatische Ende und die damit verbundene Tragik ist es eine der Sendungen, welche über die eigentliche Sende-/Hörspielzeit hinaus noch länger im Gedächtnis bleibt.

Die Übersetzung von Video in Audio ist gut gelungen. Dialoge und szenische Beschreibungen werden nahezu in Originallänge wiedergegeben. Der Hörer büßt nur wenige Minuten der Spielfilmlaufzeit ein, was das Verständnis aber nicht mindert. Bedauernswerterweise werden zwischen eigentlich getrennten Handlungsszenen oft nur minimale bis gar keine Sprechpausen eingelegt. Durch diese Sprunghaftigkeit fällt es mitunter schwer, dem Inhalt zeitgerecht zu folgen. Für meinen Geschmack könnten auch die Betonungen ein wenig akzentuierter gesetzt werden, was den Charakteren ein wenig mehr Tiefe verliehe.

Fazit: Die Hörbuchumsetzung zeigt, daß der sonntägliche ARD-Krimi nicht nur sehens- sondern auch hörenswert sein kann. Neben denjenigen, die von Erstausstrahlung und Wiederholungen nicht genug bekommen können, sicherlich auch eine lohnenswerte Anschaffung für alle Tatort-Beginner.

Weitere Ausgaben:

Andrea Sawatzki: „Frauenmorde“

Ulrike Folkerts alias Lena Odenthal, Kripo Ludwigshafen: „Die Zärtlichkeit des Monsters“, „Schlaflose Nächte“

Charles Brauer alias Peter Brockmöller, Kripo Hamburg: „Fetischzauber“, „Voll auf Haß“

Udo Wachtveitl alias Franz Leitmayr, Kripo München: „Schneetreiben“, „Wolf im Schafspelz“

Sabine Postel alias Inga Lürsen, Kripo Bremen: „Schatten“, „Abschaum“

 

 

 

 

 

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