Tarja Turunen hat sich in den letzten Jahren zu einer wahren Ikone des Gothic Metal gemausert. Die klassisch ausgebildete Sängerin prägte mit ihrer Band Nightwish direkt mal ein ganzes Genre, was leider auch zur Folge hatte, dass Epigonen wie die Pilze aus der Erde schossen, ohne allerdings an Nightwish heranzureichen.
Nun kommt die Finnin mit einem eigenen Album um die Ecke. „My Winter Storm“ will sie allerdings nicht als Soloalbum verstanden wissen. Versammelt hat sie nun 18 Tracks auf der Scheibe. Hat sich was geändert zu ihrem bisherigen Schaffen? Nicht wirklich. Allerdings hat „My Winter Storm“ wieder mehr klassische Elemente zu bieten. Ihr reiner und glockenheller Sopran mit dem bemerkenswerten Umfang von drei Oktaven kommt so noch wesentlich besser zur Geltung. Eine weitere Neuerung dürfte sein, dass Tarja Turunen ihren Fokus nun noch mehr auf ihre Vorliebe für Filmmusik gelenkt hat. Zusammen mit Elementen der Klassik (z.B. Orchester, Chor), den typischen Heavy Metal Versatzstücken, leichten Elektroniksegmenten hat sich der Gesamtsound in Nuancen geringfügig geändert, mehr allerdings auch nicht.
Trotzdem hört man hier deutlich raus, wessen Kind „My Winter Storm“ ist. Innovation hört sich wohl anders an. Popnummern gehüllt in ein Klassikgewand, versehen mit dem passenden Heavy Metal-Gerüst werden zum Teil etwas zu pompös aufgeblasen. Auf der anderen Seite hat die Scheibe natürlich auch sehr viel schöne Momente zu bieten und Höhepunkte wie „Calling Grace“ „Boy And The Ghost“ und die Single „I Walk Alone“ stechen da schon heraus. Insgesamt ist bei den 18 Songs aber auch viel zu viel mittelmäßiges Füllmaterial vorhanden, hier und da nervt die ganze Geschichte dann schon ein wenig. Insgesamt hätte es dem Werk sicherlich gut getan, auf die ein oder andere Nummer zu verzichten.
Fazit: Unter dem Strich ist „My Winter Storm“ musikalisch eine eher zwiespältige, bisweilen sogar langweilige und nervige Angelegenheit geworden. Was allerdings wieder herausragt ist das Organ von Tarja Turunen und wer damit was anfangen kann, der wird an dieser Scheibe schnell Freude finden. Fans von Nightwish kommen sowieso nicht um eine Anschaffung herum. Die Stimme schafft es hier und da die Scheibe aus dem Mittelmaß zu heben und das ist ja auch schon was und diesen hohen Widererkennungswert der Stimme haben nicht viele!
Die Kritik ist eine Frechheit. Turunen legt mit MY WINTERSTORM ein Hammeralbum vor was seinesgleichen sucht…. Auf der Scheibe stimmt einfach alles: Dunkle, düstere Stimmung, eine hervorragende Stimme gepaart mit klassischen & Gothic Rock Elementen…. jeder Song ist ein kleines Meisterwerk und die ganze Klasse des Albums erschliesst sich teilweise erst beim wiederholten Hören. Von Langeweile also keine Spur.
Fazit: Kauftipp! Turunen hat sich erfolgreich von der Nightwish Vergangenheit gelöst und ihren eigenen Stil gefunden ohne dabei auf bewährte Elemente zu verzichten. Ganz grosse Musik mit einer der besten Stimme des Rock! 10 von 12 Punkten!
Comment by Tom — November 17, 2007 @ 8:18 am
Die Kritik ist eine Frechheit.
Die Kritik ist viel zu milde.
Comment by DJ — November 27, 2007 @ 10:50 am