Mit “Innervisions” veröffentlicht der japanische Keyboarder Tadashi Goto nach dem 2005er Release “Soundscape” bereits sein zweites Album, wobei eben jenes Zweitwerk zumindest für mich den Erstkontakt mit dem asiatischen Tastenflitzer darstellt. Und dieser Erstkontakt gestaltet sich sehr spannend, auch wenn gleich klar wird, dass die Musik von Tadashi Goto sicherlich so speziell ist, dass hier nicht jeder meine Einschätzung teilen wird.
„Innervisions“ ist nämlich ein extrem anstrengendes Werk, das man nur mögen kann, wenn man ein Hang zu technischer Verspieltheit gepaart mit hohem musikalischen Anspruch hat. Wer Musik mit poppiger Eingängigkeit bevorzugt ist hier definitiv falsch, denn dafür spielt sich Goto deutlich zu exzessiv durch die gesamte Tastatur seines Keyboards. Mit derbem Gefrickel versucht er über die komplette Albumlänge seinen professionellen Mitstreitern / Gastmusikern an den Gitarren - Ty Tabor, Sean Conklin und Chris Poland - Paroli zu bieten, was ihm auch scheinbar mühelos gelingt, und das obwohl er auch von der mit Tony Levin, Tony Franklin und Randy George sehr prominent besetzten Vier-Saiter-Fraktion ordentlich Störfeuer von der Seite bekommt.
Fazit: „Innervisions“ ist vor allem eines, nämlich ein musikalisch hoch technisiertes Werk, das für Freunde abgefahrener Klangfolgen und wildem Skalen-Gewichse einiges zu bieten hat, das aber andererseits leider einen stringenten Faden vermissen lässt, der die Songs in sich und über die gesamte Länge des Albums zusammenhält. Gut gemachte technisch hochwertige Nischenmusik halt, die ihre Liebhaber finden wird. Mir gefällt’s, deshalb 9 Punkte!
Homepage www.myspace.com/soundscape50