Das HipHop und Rap Genre hat sich in Deutschland in den letzten Jahren mehr als gewandelt. Wir alten Säcke durften in den 90ern unter anderem den Klängen von 5 Sterne Deluxe, den famosen und feinsinnigen Fischmob, Freundeskreis und von mir aus auch den Fanta4 und Fettes Brot lauschen. Ein Vorbote der heutigen Szene waren da vielleicht schon das Rödelheim Hartreim Projekt und Schwester S. Und heute? Sido, Bushido, Fler und Massiv sind quasi die nächste Generation. Swiss hat in dieser Sammlung noch gefehlt.
Swiss ist natürlich auch ein ganz harter Junge und schlug mit seinem Album „Jeder Track ein Hit“ alle Downloadrekorde. Aufgrund psychischer Probleme und zeitweiliger Tablettensucht nennt er seine musikalischen Ergüsse Tablettenrap. Nun also der neuste Streich „Es kann nur einer befehlen“. Der Titel lässt ja schon erahnen, in welche Richtung die Geschichte geht. 21 Tracks wird sprichwörtlich auf die Kacke gehauen.
Sämtliche menschlichen Neurosen werden von Swiss thematisiert. Aggressionen, Depressionen und der ganz normale Wahnsinn sind die beherrschenden Themen des Werkes. Handwerklich hat er sich gegenüber seiner Online-Veröffentlichung sogar deutlich verbessert und hier und da gibt es einige interessante Beats zu hören. Das ist aber auch schon alles und ob das für ein gutes Genrealbum reicht darf stark bezweifelt werden.
Fazit: Ist aber auch völlig egal, wer wie und wo „Es kann nur einer befehlen“ bewertet. Die überwiegend jungen Fans werden dieses Album natürlich wieder wie geschnitten Brot kaufen, jedes Wort hier glauben und sich in Superlativen ergehen. Ich für meinen Teil bin anscheinend schon zu alt für derart schmalbrüstigen und unglaubwürdigen Kram und lege aus nostalgischen Gründen mal wieder „Power“ von Fischmob auf.