header photo

Sound Base

Online Magazin

Summer Of The 60´s (3-CD-Set) Tipp
(EMI France)


Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

ARTE hat es sich zur Aufgabe gemacht die Popkultur zu dokumentieren. Seit 2007 präsentiert der Sender jedes Jahr einen Themenschwerpunkt. Dabei werden Musik, Kult-Filme, Dokumentationen und vieles mehr, einem bestimmten Schwerpunkt zugeordnet und dem geneigten Zuschauer näher gebracht. Die 70er und 80er wurden dabei ebenso gewürdigt wie auch die Flower-Power-Ära. Dieses Jahr bringt ARTE jeden Donnerstag im Juli und August den „Summer Of The 60´s“ auf den Bildschirm. Dabei wird fast alles unter die Lupe genommen, was dieses Jahrzehnt ausgemacht hat. Die Unterschiede zwischen der amerikanischen und britischen Musikkultur werden dabei ebenso gewürdigt, wie eben auch die Gemeinsamkeiten und wie man sich gegenseitig befruchtete.

In Kooperation mit der EMI France wurde nun auch ein amtliches 3-CD-Set aufgelegt, welches dieses Jahrzehnt entsprechend würdigt. Zwar fehlen mit den Beatles und den Stones – um nur zwei Bands/Künstler zu nennen – essenzielle musikalische Großtaten dieser Zeit und somit kann sich schon kein umfassendes Bild ergeben, allerdings funktioniert dies als Hommage an ein pulsierendes musikalisches Jahrzehnt auf wunderbare Weise hervorragend.

Die einzelnen Songs der ersten CD sollte wohl jeder kennen. Hier ist so einiges dabei, was einfach in jede vernünftige Sammlung gehört. Egal ob es „Peggy Sue“ von Buddy Holly ist, „Johnny B. Goode“ von Chuck Berry oder von The Hollies „I´m Alive“. Zwischen den ganzen bekannten Hits findet man aber auch immer wieder obskures oder weniger bekanntes Zeug. „Have Love, Will Travel“ der Sonics dürfte schon weniger bekannt sein. „Let There Be Drums“ wohl ebenso. Klar, „Apache“ kennt auch heute noch jedes Kind, aber jede Wette, dass nur die Wenigsten wissen, dass diese Nummer von The Shadows ist. Anhand dieser Compilation kann man nun auch einige Bildungslücken schließen. Wunderbar!

Wenn schon die Beatles fehlen, so sind wenigsten die Beach Boys mit dem Jahrhundertsong „Good Vibrations“ vertreten und eröffnen standesgemäß die zweite CD. Schade, dass es sich hierbei um die allseits bekannte gekürzte Fassung handelt. Die Hitdichte ist hier übrigens noch höher als auf dem ersten Silberling. „California Dreamin“ von The Mamas And The Papas, „San Francisco“ von Scott Mackkenzie, „Mr. Tambourine Man” der Byrds oder “Mrs. Robinson” von Simon & Garfunkel stehen allesamt exemplarisch für die hohe musikalische Qualität. Man könnte im Grunde gleich die komplette Trackliste aufzählen. Hervorheben sollte man vielleicht noch „Bonnie & Clyde“ von Brigitte Bardot & Serge Gainsbourg – damit hatten hier wohl nur die Wenigsten gerechnet. Das „James Bond Theme“ ist übrigens ebenso vertreten wie Shirley Bassey mit „Goldfinger“. Noch Fragen?

Die dritte Runde ist dann eher dem Rockteil gewidmet. Mit Canned Heat, Ten Years After, The Spencer Davis Group, The Small Faces und The Yardbirds geht es gleich in die Vollen. Auf allen CDs findet sich auch immer wieder etwas für die Partyfraktion wieder – so ist es beispielsweise hier „Da Doo Ron Ron“ der Crystals. Sicher nichts von großem Gehalt, aber auch eben ein Teil dieser Zeit. Trini Lopez senkt das Niveau mit „If I Had A Hammer“ noch mal zusätzlich, aber mal ehrlich: wer kennt diesen Track nicht? Passt schon!

Fazit: “Summer Of The 60´s” spiegelt musikalisch ganz sicher nicht die 60er wieder, denn dafür fehlen einfach zu viele wichtige Bands und Künstler. Den Zeitgeist gibt dieses drei CD-Set allerdings wunderbar wieder. Die Hit- und Klassikerdichte ist doch immens hoch und es sind auch einige Hochkaräter der ersten Reihe dabei. Der eine oder andere wird auf dieser Zusammenstellung ganz sicher die eine oder andere Nummer vorfinden, wonach schon länger gesucht wurde. Was man sich allerdings bei der Aufmachung gedacht hat, bleibt ein völliges Rätsel! Wer ist denn bitte auf die Idee gekommen ein 3-CD-Set in einer Doppel-CD-Hülle unterzubringen? Die dritte CD fliegt somit lose in der Hülle herum. Die Musik hingegen ist meist über jeden Zweifel erhaben, den Klamauk dieser Zeit nimmt man da auch gerne in Kauf. Insgesamt empfehlenswert!

Hinterlasse eine Antwort

Aktuelle Artikel