Seit ihrer Gründung im Jahre 1991 haben die italienischen Black Metaller Stormlord bereits etliche Platten veröffentlicht, ohne bislang zählbare Erfolge damit für sich verbuchen zu können, was wohl vor allem daran liegt, dass man sich zwar Black Metal auf die Fahnen geschrieben hat, aber meist durch überladenen Keyboardeinsatz nicht wirklich ‚evil’ klingt, sondern meist eher ‚plüschig’ wie Bambi auf LSD.
Aber alle Misserfolge und alle Häme, die seitens der nordischen BM-Fraktion in den letzten Jahren über die Stiefelbewohner ausgeschüttet wurde, können das Quintett nicht davon abhalten, immer wieder aufs Neue ein Studio zu entern, um ihre musikalischen Ergüsse in CD-Form unters Volk zu schleudern. So auch im Jahre 2008, wo man wieder einmal mit dem aktuellen Release „Mare Nostrum“ eine neue Attacke zu reiten gedenkt.
Überraschender Weise geht der Opener und Titelsong „Mare Nostrum“ gleich ziemlich gut ab, kommt mächtig aggressiv rüber und verzichtet weitestgehend auf pompösen Kitsch. In der weiteren Titelfolge allerdings hinterlässt man den Hörer mit gemischten Gefühlen, denn hier schleichen sich zwischen weiteren starken Songs wie beispielsweise „Legacy of the Snake“ (mit Anleihen an das fernöstliche Musikvermächtnis) und die Hammerhymne „Stormlord“ und einigen guten musikalischen Ansätze doch wieder einmal die alten Fehler und bisweilen gar eine offensichtliche Ideenlosigkeit ein. Songs wie z.B. „Neon Karma“ langweilen mich kolossal und eine Halbballade wie „The Castaway“ lässt mich ratlos zurück. Bei letztgenanntem Titel merkt man deutlich, dass die Truppe zwar irgendwo coole Ideen im Proberaum hatte, diese aber in meinen Augen nicht zu einem wirklich kompakten und mitreißenden Songs zusammenbasteln konnte.
Fazit: So endgültig überzeugend kommen Stormlord auch mit dem aktuellen Werk „Mare Nostrum“ mal wieder nicht rüber, aber man muss den Jungs lassen, dass sie definitiv einige gute Ideen und Songs auf dieser Scheibe verewigen konnten und das auch noch in einem wirklich amtlich drückenden Soundgewand. Für ein wegweisendes Black Metal – Album sind die Nummern insgesamt immer noch zu flauschig und kitschig, aber wer den ‚Evil-Faktor’ nicht unbedingt braucht, um sich gut unterhalten zu fühlen, der kann hier ruhig mal ein Ohr riskieren. 7½ Punkte!
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