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Ray Wilson & Stiltskin: She TIPP!
(Sandport / SPV)


Autor: Katze / Wertung: 10.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Stiltskin - SheAuch wenn es der musikalischen Qualität der Band irgendwo nicht entspricht, so muss man die schottische Formation Stiltskin doch wohl irgendwie als so genanntes ‚One-Hit-Wonder’ beschreiben. Denn auch wenn deren 1995er Album „The Mind’s Eye“ einige musikalische Perlen beinhaltet, so war es dennoch alleine „Inside“, die Nummer aus dem Levi’s Spot, an das sich die Meisten erinnern werden können, denn den übrigen Titeln wurde damals seitens der Sender nur wenig Interesse entgegen gebracht. Es kam was kommen musste: Die Band löste sich auf und verschwand in der Versenkung. Na ja, so ganz stimmt das nicht, denn die Stiltskin Story hat ein wenig Ähnlichkeit mit einer Geschichte um ein kleines tapferes gallisches Volk, dass den römischen Aggressoren erbittert Widerstand leistete. In vorliegendem Falle wird dieses gallische Völkchen vom Stiltskin Sänger Ray Wilson verkörpert, der nie aufgehört hat, seinen Traum von einer Musikerkarriere zu leben, und neben einem kurzen Zwischenstopp bei Genesis und diversen anderen kleineren Bands sich vor allem auf Solopfaden eine stetig wachsende und treue Fanbasis erarbeiten konnte. Letzteres liegt nicht alleine an seinen musikalischen Talenten und der einschmeichelnd rauen Stimme sondern wohl auch an seiner stets freundlichen und persönlichen Art und für mich auch daran, dass er noch einer der Musiker ist, die ein Konzert für kleines Geld gerne mal 2½ Stunden lang zelebriert und nicht einfach eine Stunde lang stumpf ihr Material abspulen und sich dann schnellstens verpieseln. Eben dieser Ray Wilson ist dabei immer mal wieder für eine Überraschung gut und eine solche landet er dieser Tage, indem er seine alte Formation Stiltskin reanimiert. „She“ heißt deren zweiter und damit aktueller Longplayer und dieser wirft bereits während des ersten Durchlaufs die Frage auf, warum Herr Wilson unter altem Banner dieses Material veröffentlichen muss. Ich möchte ihm da jetzt nicht unbedingt allein kommerzielle Motive vorwerfen, aber stilistisch sehe ich persönlich nicht so den großen Unterschied zu den Songs, die er auf seinen letzten Soloalben geboten hat. Fernab härterer Rocknummern wie sie auf dem Stiltskin – Debüt ja durchaus vertreten waren, präsentiert sich die Formation heuer eher im gezähmten Zustand und bietet Hard Rock Songs der softeren Gangart, die eine Menge Melodie und Gefühl bieten und vor allem von Ray Wilson’s samtig-rauer Stimme leben. Fazit: Für die auf „She“ gebotenen insgesamt 12 Songs hätte Ray Wilson für meinen Geschmack nicht unbedingt seine Stiltskin-Flagge aus der Schachtel seiner Erinnerungen hervor kramen müssen, denn die Nummern hier sind durch die Bank so dermaßen von dem sympathischen Schotten geprägt, dass hier nur bedingt der Brückenschlag nach 1995 gelingen mag. Zwar nicht wirklich Stiltskin aber dennoch ein sehr schönes Album und deswegen lockere 10 Punkte!

Homepage ray Wilson & Stiltskin

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