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Stevie Klasson: Don´t Shoot The Messenger

(Wild Kingdom/Rough Trade)

Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher 1 Kommentar

Stevie Klasson ist in seiner Heimat Schweden eine bekannte Größe, bei uns ist der Gitarrist, Sänger und Songschreiber eher ein unbeschriebenes Blatt. Freunde der gepflegten Rockmusik dürften ihn trotzdem durch seine Arbeiten mit Oddballs und Hanoi Rocks auf dem Zettel haben. Zusammen mit Peter Svensson von den Cardigans und Vigilante Carlstroem von den Hives hat er zudem noch einen Gitarrenladen in Stockholm am Start. Nun gibt es mit „Don´t Shoot The Messenger“ ein Stevie Klasson Soloalbum und auch wenn die Welt darauf vielleicht nicht unbedingt gewartet hat, ist die Scheibe eine Bereicherung für die Rockschublade.

Die Scheibe dürfte für den guten Stevie wie eine große Klassenfahrt gewesen sein. Was der Mann hier an Gästen und Freunden versammelt hat lässt einen regelrecht mit der Zunge schnalzen. Dabei sind Nick Royale und Robert Dahlqvist von den Hellacopters, Vigilante Carlstroem, Peter Svensson, Mattias Bärjed von Soundtrack Of Our Life, Darrell Bath von den Vibrators bzw. UK Subs und Glen Matlock von den Sex Pistols. Diese Mannschaft lässt schon erahnen, welche Richtung die Scheibe einschlägt. Gut abgehangener und gepflegter Rock and Roll bestimmt das Klangbild, versehen hier und da mit einer Prise Punk. Stevie Klasson lässt die 70er wieder auferstehen. Nein, innovativ und modern sind die zwölf Tracks ganz sicher nicht. Das ist im Übrigen verdammt gut so! Dafür steckt hier jede Menge Herzblut drin und man hört förmlich den Spaß heraus, den die Aufnahmen gemacht haben müssen.

Wenn es Anlass zur Kritik gibt, dann höchstens an der Produktion, denn diese ist erstaunlich blass geraten, da hätte man aufgrund des guten Songmaterials wesentlich mehr rausholen können. Puristen werden eben dieses Songmaterial sicher in der Luft zerreißen und bemängeln, dass die Scheibe alles vermissen lässt, was Musik heutzutage ausmacht. Mag sein, aber ehrlich und handgemachte Musik ist selten geworden. Auf „Don´t Shoot The Messenger“ klingt jedenfalls nichts aufgesetzt, Rockmusik wie sie sein sollte und in ihrer ursprünglichsten Form. Die Scheibe schafft auch das selten gewordene Kunststück, dass sich hier nicht wirklich ein Ausfall drauf befindet. Der Anfang ist mit „Goin Mental“ oder „Hand Me Downs“ sogar etwas schwächer ausgefallen. Die Scheibe schafft es sogar, sich zu steigern („Bedspring Symphony“, „Talk Too Much“) und das Niveau bis zu „Don´t Mess With Evil“ zu halten. Zwischendurch covert man mit „White Line Fever“ sogar noch eine Merle Haggard Nummer.

Fazit: Wenn die eher mäßige Produktion nicht wäre, dann würde „Don´t Shoot The Messenger“ sogar ein richtig fettes Ausrufezeichen in die Rockwelt setzen. Aber auch so taugen die zwölf Nummern schon recht gut um das Herz von Rockfans zu erobern. Locker, entspannt und authentisch haut Stevie Klasson hier ein Album raus. Also, immer locker durch die Hose atmen, die Scheibe hier tut es auch!

1 Comment »

  1. Laaaaaaaaaaaaaaahm!

    Comment by Timmsy — January 22, 2008 @ 7:57 pm

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