Als der Schriftsteller Dawson tot in einem ihm unbekannten Seebad aufgefunden wird, vermutet die Polizei Selbstmord, aber sein Sohn Neil kann das nicht glauben. Er findet heraus, dass sein Vater sich aufmachte, das Verschwinden eines alten Freundes zu untersuchen, der einen Roman über ein verschwundenes Mädchen und einen abgelegenen Hof geschrieben hat, auf den Menschen verschleppt werden und ihn nie wieder verlassen. Als Neil der Wahrheit zu nahe kommt, wird seine schwangere Freundin verschleppt und er weiß, dass er den Hof finden muss.
Parallel sucht auch die Polizistin Hannah einen Mörder, denn es tauchen weitere Leichen auf, die alle miteinander und vor allem irgendwie mit Hannahs Vater und dem verschwundenen Mädchen aus dem Roman zu tun haben…
Steve Mosby hat in „Schwarze Blumen“ (Droemer) einen recht gewagten Spagat hingelegt und neben mehreren Perspektiven – Neil als Ich-Erzähler, die Polizistin Hannah und der Hofbesitzer in der dritten Person – auch noch längere Auszüge des Romans „Schwarze Blumen“ integriert, welche die Geschichte ebenfalls näher beleuchten. Dadurch fühlt man sich am Anfang ein wenig erschlagen, muss Namen und Ereignisse auf die „reale“ Ebene übertragen und die Story verliert ein wenig an Schwung.
Allerdings führt es später dazu, dass man sich nach weiteren „Kapiteln im Kapitel“ sehnt, da diese um einiges flotter geschrieben sind und schneller weiter bringen, als die Suche nach der Lösung durch die Protagonisten.
Bleibt Neill oft recht blass und ungelenk in seiner Recherche, obwohl man von seinem Gefühlsleben am meisten mit bekommen sollte, schafft es Steve Mosby, mit Hannah eine Hauptperson zu erschaffen, die den Wahnsinn erspüren lässt, der hinter all dem steckt und der man ihre eigene Betroffenheit auch abnimmt.
Fazit: Solider Thriller mit einem Hauch von Wahnsinn, bei dem man zunächst nicht nur inhaltliches, sondern auch formales Chaos selber entwirren muss, aber dann richtig Spaß an der Story haben kann.
