Gut drei Jahre nach „Traumfänger“, dem Debüt des Louis Manke Soloprojektes Staubkind, gibt es für Fans des Herrn endlich neues Ohrfutter. Der Zweitling hört auf den Namen „Zu weit“ und setzt nahtlos da an, wo Staubkind mit „Traumfänger“ aufgehört hat.
Erneut präsentiert man sich mit einer gefühlvollen Melange aus Rock und Wave-Musik, die es versteht, beim Hörer vom ersten Song an eine leichte, wohltuende Melancholie auszulösen, was vor allem an den romantisch poetischen Texten liegt, die natürlich in deutscher Sprache vorgetragen werden. Musikalisch drängen sich vor allem Parallelen zu Wolfsheim auf, was einerseits natürlich am gewählten Musikstil liegt, aber sicherlich auch in der Zusammenarbeit mit Carsten Klatte (Wolfsheim, Lacasa del Cid, Project Pitchfork) verwurzelt ist. Zu den Highlights der Tracklist gehören neben „Wenn du schläfst“, bei dem Manke im Duett mit Sängerin und Schauspielerin Serena Gruß zu hören ist, vor allem das zutiefst melancholische November, „Königin“, das vielleicht rockigste Stück der Platte mit starker Affinität zu Sisters of Mercy Material, und die nur von Piano, Streichern und Stimme getragene Ballade „Als ich fortging“. Für Fans des „Traumfänger“ Albums gibt es zum Schluss mit einer Akustikversion von „Viel mehr“ noch ein echtes Bonusschmankerl, das mir persönlich sogar besser gefällt als die Version des Debüts.
Fazit: Staubkind werden die Erwartungen der Fans mit „Zu weit“ gewiss nicht enttäuschen, denn dieses Album bietet alle auf dem Debüt gesetzten Trademarks. Ich würde sogar behaupten, dass in den letzten drei Jahren noch ein hörbarer Reifeprozess bezogen auf das Songwriting stattgefunden hat, was bei manchem sicherlich auch die Erwartungen an das Album übertreffen wird. 9 Punkte!
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