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Sprottenrock: Gegenwind

(Coast Rock)

Autor: JK / Wertung: 6 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Wenn es eine Band gäbe, die das Erbe von Klaus & Klaus antreten könnte - keine Angst, es gibt sie nicht, aber wenn - dann wären das Sprottenrock. Das Quartett präsentiert sich ebenfalls gerne vor Nordsee-Kulisse, treibt dabei eine ganze Menge Spökes - und sieht dabei genau so dämlich aus? Naja, das wäre gemein. Außerdem wird bei "Gegenwind" nicht das Schunkelbein geschwungen, sondern ge(punk)rockt. Verglichen werden Sprottenrock gerne mit den Wohlstandskindern, für mich steckt in ihnen auch eine ordentliche Portion Ärzte. Was ich sagen will: die Texte sind wichtig - und witzig.

Zu überschaubar kompliziertem Akkord-Gebretzel darf man sich über Zeilen freuen wie "Wenn es Nacht wird in unserer kleinen Stadt / Fahren wir mit dem Auto Hühner platt / Sprengen Schafe dort oben hinter dem Deich / Was man von uns denkt ist uns gleich" ("V.I.P."). Beim ersten Hören ist das ja durchaus erfreulich-erfrischend, auf längere Dauer nehmen die Fischköppe aber einen (wenn auch nur dezent) unangenehmen Geruch an. Kurz: Der Witz nutzt sich ab.

Das wäre ja nun alles noch nicht so schlimm.

Widerlichen Schmalz wie "Auf & Davon", der wie ein Sterne-Song klingt - und zwar mit Zuckerguss kandiert - den hätte man sich allerdings sparen können. So kann ich den Gesamteindruck indes nicht stehen lassen. Denn alles in allem ist "Gegenwind" eine solide Geschichte, "Das letzte Hemd" ein richtige Ohrumschmeichleichler. Fazit: Sprottenrock spielen typischen Deutschrock, mehr  nicht.

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