Es ist ein wirklich gutes Gefühl wenn man mal Recht hat. Beim Debüt von Spirit Descent, noch bei einem anderen Magazin, habe ich mich im Punktemittelfeld bedient und zwar weil ich mir mehr als sicher war, dass mehr und besseres Material der Holsteiner kommen wird. Und wie erwartet ich hatte Recht, denn “Seven Chapters In A Minor” ist “Doominion” in allen Belangen überlegen.
Wie es die Titel schon aussagen handelt es sich bei Spirit Descent um eine Band, die sich der pursten Form des Metals verschrieben hat, der Form die Bands wie Black Sabbath schon vor Urzeiten ohne es zu wissen zelebrierten und den man langläufig als Doom bezeichnet. Gewaltige Riffberge, markerschütternde Intensität, Leiden, Heaviness und der immer vorhandene Wahnsinn zeichnen auch die Songs auf “Seven Chapters In A Minor” aus. Kein hippieskes Spielen mit den Dingen die diese Musik auszeichnen, sondern nur rohe, intensive Musik. Keinerlei Verspieltheit, auch wenn mich das Ende vom Opener “Dawn Of Mankind” schwer an die Musik des Rollenspiel Klassikers Diablo erinnert. Spirit Descent geben sich nicht der Versuchung hin ihre Songs durch Nachlässigkeit zu verwässern, sich selbst zu wiederholen oder auf ausgetretenen Pfaden zu marschieren. Doom ist ursprünglich und so auch manchmal für den “normalen” Musik/Metal Fan nur schwer zu verstehen, zu ertragen. Ein Song wie “The Tragedy Of Captain Scott”, der immerhin beinahe eine viertel Stunde lang ist und die Verzweiflung von Robert Falcon Scott, der Herr, der den Wettstreit mit Roald Amundsen um den Südpol verloren hat und auf dem Rückweg gestorben ist, in einer Art und Weise wiedergibt, dass man die Kälte, die Angst förmlich spüren kann. Auch spürt man, das hier Musik dargeboten wird, die man in keinster Weise als “Fast Food” bezeichnen könnte oder sollte, viel Arbeit steckt sowohl in der Musik, als auch in den Texten und als wirklich hervorragend muss man auch den differenzierten, warmen Sound des Albums hervorheben, aber was anderes blieb Spirit Descent ja auch nicht übrig, denn ich bin mir sicher, dass die Jungs um Kopf Andreas Libera genau wussten, dass all ihre Mühen sterben würden, hätten sie “Seven Chapters In A Minor” einen Sound verpasst/verpassen lassen, der rein auf die übersteuerte Druckwellendynamik der Neuzeit basieren würde.
Ich bin völlig begeistert von “Seven Chapters In A Minor” und mir natürlich auch bewusst, dass irgendwelche Gurus wieder herummäkeln werden, dass hier und da einmal Candlemass, dann wieder ein wenig St. Vitus und natürlich Sabbath anklingen, aber HEY, es geht nicht darum seine Idole zu verstecken, sondern aus seinen gesamten Einflüssen seine eigenen, eigenständigen Kreationen zu erschaffen und das haben Spirit Descent mit absoluter Sicherheit geschafft. Wer Doom mag, sich den Songgebirgen stellen kann/will und auch nicht davor zurückschreckt, dass es lyrisch ein wenig tiefer geht, der ist bei Spirit Descent genau richtig. Doch VORSICHT, denn “Chapters In A Minor” ist kein hippiesker Dudelkram, kein okkulter, verträumter Mummenschanz oder gar als ruhig zu bezeichnen. Es kracht und knarzt an allen Ecken und Enden und es ist Metal….also sollte derjenige, der sich angesprochen wird zuschlagen. Es ist problematisch einen Anspieltipp zu geben, aber ich würde einfach mal das allmächtige “Sleeper” und das monumentale “The Tragedy Of Captain Scott” empfehlen, die anderen Songs auf “Chapters In A Minor” sind keinen Deut schwächer, aber diese beiden stellen für mich die Essens des bisher besten Doomscheibchens im Jahre 2012 aus deutschen Landen dar.
Spirit Descent – Seven Chapters In A Minor TIPP
(Psychedoomelic)
Autor: CF / Wertung: 10,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine