Ursprünglich sollen die Nürnberger Spellbind mit akustischem Pop ihre Bandtreffen gestartet haben. Davon ist nun nichts mehr übrig. Auf "Cocoon" wird alternativer Indie-Rock geboten. Immer ordentlich nach vorne, sägend, man sieht die Jungs quasi mit Cargo-Buchsen und schwarzen T-Shirts auf der Bühne im Jugendclub stehen. Und darin besteht vielleicht auch das Problem.
Die Platte klingt doch noch sehr nach einem dieser Konzerte, für das man fünf Euro auf den mit einer kunstholz-laminierten Klebeschicht versehenen Tresen knallt. Stempel auf den Handrücken, Bier geordert - und dann kommt Band nach Band und der Abend war auch lustig, grandiose Musik hat man leider nicht gehört.
Probleme habe ich insbesondere mit dem Gesang Chris Hofbauers, der mir doch auf Dauer eine Spur zu nölig, melancholisch und unausgegoren klingt. Sagen wir mal so: Es gibt sehr, sehr viele Bands, die auf dem Niveau von Spellbind agieren. Ich fürchte, das reicht erst mal nicht.