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Soweto Gospel Choir: African Spirit

(Just Records Babelsberg)

Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Soweto Gospel Choir: African SpiritDer Soweto Gospel Choir löst bei seinen weltweiten Auftritten immer wieder Begeisterungsstürme aus. Die Gruppe, bestehend aus 25 Sänger/innen und Tänzer/innen, bringt bei ihren mitreißenden Konzerten den afrikanischen Spirit den Zuschauern näher und fungiert dabei auch noch als Botschafter für die Heimat Südafrika. Gegründet wurde der Chor übrigens im Jahre 2002 von David Mulhovhedzi. Die Mitglieder stammen zum großen Teil aus den Kirchen von Soweto und Umgebung. Musikzeitungen befassen sich so gut wie gar nicht oder nur am Rande mit dieser Art von Musik. Warum nicht auch mal einen Blick über den Tellerrand werfen und auch mal ungewöhnliche Alben besprechen? Eben! Nur im eigenen Saft schmoren kann auf Dauer ja auch nicht gut sein.

„African Spirit“ heißt das dritte Werk des Soweto Gospel Choir. Insgesamt versammeln sich hier 19 Tracks. Angesiedelt ist die ganze Geschichte irgendwo zwischen traditionellem afrikanischem Gospel und modernen westlichen Spirituals, die bis hin zur Popmusik reichen. Und genau diese Mischung macht das Album so mitreißend. Selbst so eine Schmonzette wie „Rivers Of Babylon“ erscheint plötzlich in einem ganz anderen Licht. „I´ll Remember You“ und „Forever Young“ von Bob Dylan oder „One Love“ von Bob Marley dürften ja dem ein oder anderen Musikfan ein Begriff sein. Es ist absolut faszinierend, was der Chor hier mit seinen Stimmen aus den Songs macht. Da dürfte die ein oder andere Gänsehaut vorprogrammiert sein. Ebenso findet sich hier der gemeinsame Auftritt vom 46664 Konzert mit Bono von U2 wieder. Am 29.11.2003 boten sie gemeinsam den U2 Song „One“ dar. Die in unseren Breitengraden eher unbekannten Stücke wie „Seteng Sediba“, „Ke Na Le Modisa“, „Sefapano“ oder auch „Shosholoza“ sind durch den intensiven Vortrag noch mal ein ganzes Stück atmosphärischer als die zuvor genannten Pop- und Rocksongs. Nicht nur der Chor überzeugt in seiner Gesamtheit, sondern auch die weiblichen und männlichen Solisten verstehen es den Zuhörer mitzureißen.

Fazit: Wer den Soweto Gospel Choir oder Gospelmusik im allgemeinen schätzt, der muss sich „African Spirit“ unbedingt zulegen. Wenn auch die Live-Auftritte mit diesem Album natürlich nicht ersetzt werden können, so können die gesanglichen Qualitäten doch auf ganzer Linie überzeugen. Visuell, gerade mit den bunten Gewändern, kommt die ganze Geschichte natürlich noch einen Ticken besser, aber auch aus der Konserve versteht es der Chor einen emotional zu packen und mit auf eine musikalische Reise zu nehmen. Alle, die offene Ohren für Musik jenseits des Formatradios haben, die sollten „African Spirit“ auch unbedingt antesten, vielleicht findet sich hier eine neue Lieblingsplatte!

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