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Snoop Dogg: Ego Trippin

(Universal)

Autor: schlimm / Wertung: 7,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Snoop Doog dürfte in seinem Genre der ungekrönte König sein. Es gibt zwar viele, die ebenfalls in den selben Gewässern fischen und sich ebenfalls ein großes Stück vom großen Kuchen abschneiden wollen, aber an den Mann aus Long Beach kommt so schnell nichts heran. Mittlerweile hat er sich ein richtiges Imperium aufgebaut und ist nun auch schon fast zwei Jahrzehnte mehr als erfolgreich im Geschäft. Er hat nicht nur eine eigene TV-Reality Show und eine eigene Klamottenmarke am Start, sondern ist auch sonst ein sehr erfolgreicher Unternehmer. Irgendwie scheint er keine Berührungsängste zu haben und mischt selbst im Erotikgeschäft erfolgreich mit. Dabei gerät sein musikalisches Schaffen fast in den Hintergrund. Dies soll sich nun wieder mit seinem neunten Album ändern.

Auf „Ego Trippin“ gibt es Snoop pur. Die sonst so übliche Anzahl an Gaststars hält sich erfreulicherweise in Grenzen. Der Fokus liegt einzig und alleine bei Snoop Dogg. Nichts und niemand soll hier vom Meister des gepflegten und lässigen Flows ablenken. 21 Tracks versammeln sich auf fast 80 Minuten. Es gibt also die Vollbedienung und die volle Dröhnung Snoop Dogg.

Überraschungen gibt es in Form der Texte schon. Das übliche Geprotze hält sich nämlich erfreulichicherweise in Grenzen. Natürlich gibt es das ein oder andere Wort aus der Gangsta-Schublade zu vernehmen – das Gesicht vor den Kollegen muss ja schließlich gewahrt werden. Alles in allem hat man in dieser Hinsicht schon wesentlich schlimmeres gehört. Nein, Snoop scheint mit sich und seiner Welt komplett im Reinen zu sein und so lässt er seine lässigen und souveränen Raps, gepaart mit einigen schönen, intelligenten und spannenden Samples für sich sprechen.

„Ego Trippin“ ist in seiner Gesamtheit sehr, sehr abwechslungsreich ausgefallen. Dies ist Segen und Fluch zugleich, denn etwas vermisst man den roten Faden und 21 Songs sind einfach zu viel. Eine Qualitätskontrolle hätte dem Werk sehr gut getan. So entpuppt sich die Scheibe doch hier und da als bunter Gemischtwarenladen, der leider auch Durchschnittskost zu bieten hat. Die guten bis sehr guten Tracks ragen dafür umso mehr heraus. „Staxxx In My Jeans“ ist einer dieser Nummern, die mit gescrewten Hooks sehr zu gefallen weiß. „Life Of Da Party“ besticht mit einer wunderbaren Lässigkeit und dürfte Fans erfreuen. Einen gänzlichen anderen Snoop Doog darf man bei „My Medicine“ genießen. Im Countrygewand zollt er hier Johnny Cash Tribut und dies gar nicht schlecht. Natürlich kommen auch härtere Beats zum Einsatz, wie beim grandiosen „Ridin In My Chevy“. Zum Abschluss der Scheibe bekommt man mit „Can´t Say Goodbye“ einen weiteren, sehr starken Song präsentiert, der von einem überragenden Charlie Wilson veredelt wird.

Fazit: Man darf jetzt schon Wetten darauf abschließen, dass „Ego Trippin“ die Beinhartfans in zwei Lager spalten wird. Die einen werden die Scheibe abgöttisch lieben, die anderen werden sie wohl hassen und den Anfangstagen nachtrauern. Die Wahrheit liegt, wie immer, wohl irgendwo in der Mitte. Das Werk besticht über weite Strecken nämlich mit ein paar wirklich guten Ideen und Einfällen und ist mehr als solide ausgefallen. Unterhaltsam ist die Scheibe allemal und wäre diese um sieben bis acht Songs kürzer ausgefallen, da könnte man vielleicht sogar vorsichtig von einem weiteren kleinen Meisterwerk von Snoop Dogg sprechen!

http://www.snoopdogg.com/

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