Die Rednex haben es Mitte der 90er mit Songs wie “Cotton Eye Joe“ und Co bewiesen, The Bosshoss haben in den letzten Jahren den Beweis weiter gestärkt: Cowboymucke ist Chart – kompatibel. Ob Slam & Howie nun unbedingt in die Charts wollen, darüber lässt sich nur spekulieren, aber auf jeden Fall reiten auch die beiden zusammen mit ihrer Ersatzbank auf Western Retro Gäulen.
„Vicious Songs“ heisst das Debütalbum der Schweizer Greenhorns, auf dem sie zumindest schon einmal zeigen, dass sie sich über zwölf Runden ganz ordentlich im Sattel halten können. Dabei setzt man überwiegend auf Galopper aus eigener Zucht, die je nach Charakter romantisch-ruhigen Sonnenuntergangscharme versprühen oder mit dem wilden Ungestüm eines jungen Fohlens zum Tanze aufspielen. Mit „That’s All Right Momma“ hat man sich aber auch einmal auf einer fremden Weide bedient und einem feurigen Hengst von Delta Blues Sänger Arthur Crudup das eigene Branding aufgedrückt. Wem jetzt Arthur Crudup auf Anhieb nichts sagt, dem sei zumindest gesagt, das eben erwähntes Pferdchen in seinem Geburtsjahr 1954 auch schon beim großen Elvis Presley einige Zeit auf der Weide stand.
Fazit: Zwar macht die Mucke von Slam & Howie einiges an Spaß, aber man sollte sich meiner Meinung nach davor hüten, die Beiden als eine reine Spaßmachertruppe abzutun. Dafür liegt einfach zu viel hörbare musikalische Ernsthaftigkeit in den „Vicious Songs“. 8½ silberne Sporen!
Homepage Slam & Howie