SINAMON aus Dresden machen sich auf die Republik zu erobern, danach den Rest von Europa und dann die ganze Welt. Zu viel Pathos? Mag sein, aber die Musik auf der EP „Swim Or Drown“ der fünf Jungs braucht Platz um sich auszudehnen. Große Melodien, eine Prise von eben diesem Pathos und fertig ist die Musik für die Stadien dieser Welt – im positiven Sinne.
SINAMON haben ihren musikalischen Einfluss wohl eindeutig auf der britischen Insel. In erster Linie scheint es sich dabei um die etwas ruhigeren Vertreter ihrer Art vom Schlage Keane, Coldplay oder Travis zu handeln. Hier und da blickt aber auch mal Muse durch und an der ein oder anderen Stelle scheinen sogar U2 Pate gestanden zu haben. Und wer jetzt meint, dass es sich dann nur um einen billigen Abklatsch handeln kann, der sollte „Swim or Drown“ mal genauer unter die Lupe nehmen. Auch wenn man die ein oder andere Referenz vernimmt, so hat die Band doch ihren ganz eigenen Stil. Und wo Bands wie Reamonn aufgrund zu offensichtlicher Kopie nur nerven, schaffen es SINAMON durch eine ganz eigene Note zu überzeugen oder warten mit einer überraschenden Wendungen wie im Gesangsstil von „Home“ auf. „Jail“ haut einen hymnenhaften Refrain raus, nur um im folgenden „Self Made“ dem ganzen noch mal die Krone aufzusetzen. Ein nettes und simples, aber umso wirkungsvolleres Klavierthema läutet die Hymne für die Stadien ein. Sehr schöner Track, dazu noch ein verdammter Ohrwurm. Jungs, macht daraus mal eine Single. „Swim or Drown“ ist danach eine ganze Spur düsterer, insgesamt aber fast ein bisschen zu eintönig und langweilig. „Second Skin“ tritt dann wieder etwas mehr aufs Gaspedal, bevor es mit „Bliss“ einen wunderschönen EP-Abschluss gibt.
Fazit: Wer eine große Melodie, mit hier und da melancholischem Unterton schätzt, der ist hier goldrichtig. Es müsste ja fast schon mit dem Teufel zugehen, wenn SINAMON nicht auch mal von einem größeren Publikum gehört werden.
